Berrya cordifolia

Eine Säule aus Halmillaholz

Das Holz des Hal­mil­la-Bau­mes kann­te ich bis­her nur im Zusam­men­hang mit Arrack­fäs­sern. Für die Dau­ben der Arrack­fäs­ser wird Hal­mil­la – sin­gha­le­sisch  හල්මිල්ල , tami­lisch  சமுளை (Chamu’lai, Tirico­na­ma­lai maram) – ver­wen­det. Einen deut­schen Namen für die­sen Baum ken­ne ich nicht.

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Far­bi­ge Litho­gra­phie aus: Wight, R., Illus­tra­ti­ons of Indian bota­ny, or figu­res illus­tra­ti­ve of each of the natu­ral orders of Indian plants, Band 1, Tafel 34 von 1840.

Neben der Bezeich­nung Hal­mil­la gibt es noch die Bezeich­nung Trinco­ma­lee-Holz. Der bota­ni­sche Name des Bau­mes lau­tet Berr­ya cor­di­fo­lia. Es ist ein immer­grü­ner Baum, der bis zu 30 Meter hoch wer­den kann. Sei­ne bis zu 24 cm lan­gen und 10 cm brei­ten, led­ri­gen, lind- bis tief­grü­nen Blät­tern sind wech­sel­stän­dig ange­ord­net. Die duf­ten­den, leuch­tend wei­ßen oder pur­pur­far­be­nen Blü­ten erschei­nen in dich­ten Ris­pen am Ende der Trie­be.

HalmillaholzDas Holz ist sehr bestän­dig und hart; es lässt sich auch kaum imprä­gnie­ren, was aller­dings für die meis­ten Zwe­cke sowie­so unnö­tig ist, da Hal­mil­la­holz nicht von Insek­ten (Ter­mi­ten!), Pil­zen und ande­ren Para­si­ten ange­grif­fen wird und sehr feuch­tig­keits­be­stän­dig ist. Frisch gesägt riecht es sehr kräf­tig. Wegen sei­ner Här­te ist es schwer zu sägen und zu ver­lei­men.

Aus die­sem sri­lan­ki­schen Hart­holz ist die Säu­le, die Andre­as noch am Tag Gün­thers Ankunft in Sri Lan­ka am Vor­mit­tag  in Colom­bo gekauft hat.

Antike Säule aus Halmillaholz
Unse­re anti­ke Säu­le aus Hal­mil­la­holz.

Eini­ge Tage zuvor – es war der Tag mei­ner Rück­rei­se nach Deutsch­land – besuch­ten wir ja noch einen unse­rer Anti­qui­tä­ten­händ­ler in Colom­bo, weil wir noch eine alte Tür, zwei Fens­ter und eine Säu­le für unser Haus brauch­ten.

Die Säu­le, die wir jetzt kauf­ten, stand etwas unschein­bar als Ein­zel­stück her­um und gefiel uns wegen ihres schlech­ten Zustan­des nicht. Uns gefie­len die ande­ren Säu­len, die im Ange­bot waren, deren Prei­se uns aber deut­lich zu hoch waren: Sets von meh­re­ren Säu­len aus bur­me­si­schem Teak oder ande­ren kost­ba­ren Höl­zern. Dass unse­re“ Säu­le aus dem wert­vol­len Hal­mil­la­holz gefer­tigt war, erfuh­ren wir erst spä­ter wäh­rend unse­res Ein­kaufs.

Andre­as schick­te mir das Foto am 19.03. und schrieb dazu:

… habe wunsch­ge­mäß mal die Holz­säu­le foto­gra­fiert, die ich letz­tens zusam­men mit den bei­den Fens­tern in Colom­bo erwor­ben habe. Wenn man sich die gan­zen Lack­schich­ten mal weg­denkt, wird sie bestimmt ein rich­ti­ger Hin­gu­cker.

Die Höhe ein­schließ­lich Kopf“ beträgt übri­gens etwa 2,20 m. Ein klei­ner Beton­so­ckel von 30 cm Höhe soll­te also als Höhen­aus­gleich rei­chen.

Jetzt steht sie im Mud­house auf dem Grund­stück und muss von einem der fähi­gen Tisch­ler auf­ge­ar­bei­tet wer­den: Farb­schich­ten und Putz­res­te ent­fer­nen. Freund­li­cher­wei­se gab der Händ­ler ein Stück Hal­mil­la­holz für die Repa­ra­tur der Fehl­stel­len mit.

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