Titelblatt |Baedeker Indien 1914

Nachgeliefert: Auszüge aus Baedekers Indien-Baedeker von 1914

Über die Kunst des Rei­sens“ ist schon viel gesagt und geschrie­ben wor­den. Hier eini­ge Aus­zü­ge aus Karl Baede­kers Rei­se­hand­buch Indi­en“, 1914, die die Insel Cey­lon behan­deln. Der fol­gen­de ori­gi­na­le Text aus dem his­to­ri­schen Rei­se­füh­rer ist eine Ergän­zung des Arti­kels 100 Jah­re Indi­en-Baede­ker, den ich hier vor eini­ger Zeit ver­öf­fent­licht habe.

Ich begin­ne bei Sei­te 15

CEYLON.

Cey­lon (in engl. Aus­spra­che silón; schar­fes s, lan­ges offe­nes o) liegt zwi­schen 5° 55′ und 9° 51’ n. Br. und 79° 41’ und 81° 54′ ö. L., von der SO.-Küs­te Vor­der­in­di­ens durch die Palk­straße und den Golf von Man­nar getrennt. Zwi­schen den bei­den Mee­res­tei­len führt eine Rei­he klei­ner Inseln, Fel­sen und Sand­bänke, die sog. Adams­brü­cke (S. 7677), zum Fest­land hin­über. Man hat daher Cey­lon wohl mit einer birn­för­mi­gen Per­le ver­gli­chen, die als Schmuck­stück an der indi­schen Ohr­mu­schel befes­tigt sei. Die Grö­ße (65 600 qkm) ent­spricht nahe­zu der des König­reichs Bay­ern ohne die Pfalz. Aus dem Flach­land, das etwa ¾ der Insel umfaßt, ragt wie ein Schild­bu­ckel mit­ten das Hoch­land auf, in wil­dem, male­risch-unre­gel­mä­ßi­gem Auf­bau. Sei­ne höchs­ten Gip­fel sind der Pidu­ru­ta­lagalla (2538m), der Kiri­gal­polla (2387 m) und der Tota­polla (2351m). Den mäch­tigs­ten Ein­druck macht der pyra­mi­den­för­mige Adam­spik (2241m; S. 51). In das Berg­la­by­rinth sind ein­zelne Hoch­tä­ler und brei­tere Becken ein­ge­bet­tet, wie die Bezir­ke von Kan­dy (S. 35), Hat­ton (S. 45) und Nuwa­ra Eli­ya (S. 46). Von den Flüs­sen (die grö­ße­ren mit dem hin­dus­ta­ni­schen Wort Ganga“, die klei­ne­ren Oya“ bezeich­net) sind nur weni­ge stre­cken­weise schiff­bar. Am bedeu­tends­ten ist die Maha­weli Ganga, die zwi­schen dem Pidu­ru­ta­lagalla und dem Adam­spik ent­springt und an der Ost­küste mün­det. Das frucht­bare Tief­land im W. der Insel ent­behrt der natür­li­chen Häfen. Brauch­bar ist die Bucht von Gal­le (S. 32), der Hafen von Colom­bo ist künst­lich ver­bes­sert (S. 27). Aus­ge­zeich­net ist nur der Hafen von Trin­co­mali an der fel­si­gen Ost­küste (S. 65). Das Gebir­ge besteht aus ural­tem archai­schem Schie­fer, Gra­nit und Gneiß, deren Zer­set­zungs­pro­dukt, ein zie­gel­ro­ter Lehm oder Late­rit, dem Boden eine leuch­tende, gegen das grü­ne Pflan­zen­kleid sich kräf­tig abhe­bende Far­be gibt. Sehr jun­gen Ursprungs ist das in Inseln und Haf­fe auf­ge­löste Nor­dende der Insel, das aus Mad­re­po­ren-(Koral­len-)Kalk besteht. Koral­len­riffe, z. T. durch Fluß­an­schwem­mun­gen land­fest gewor­den, beglei­ten auch die W.- Küs­te südl. bis jen­seit Clo­lom­bo. Der geo­lo­gi­sche Gesamt­cha­rak­ter Cey­lons ent­spricht dem der Dekk­han­halb­in­sel (S. 67). — Metal­le sind spär­lich ver­tre­ten. Dage­gen fin­den sich in den Gra­nu­li­ten und kris­tal­li­ni­schen Kal­ken der süd­li­chen, west­li­chen und nord­west­li­chen Pro­vin­zen bis zu 1m star­ke Adern und Nes­ter rei­nen Gra­phits, für den Cey­lon jetzt das bedeu­tendste Pro­duk­ti­ons­ge­biet der Erde ist (jähr­lich an 6 ½ Mill. Zent­ner). Im Reich­tum an Edel- und Halb­edel­stei­nen kommt kaum ein ande­res Land Cey­lon gleich.

p.16

Am wert­volls­ten sind die Rubi­ne, die in rei­ne­rem Rot glän­zen als die von Bir­ma (S. 278); tadel­lose Stei­ne sind aber sel­ten und wer­den schon in der Grö­ße von 1 Karat mit 300–800 R. bezahlt. Saphi­re sind bil­li­ger, beson­ders die farb­lo­sen wei­ßen“. Cey­lon eigen­tüm­lich ist der Stern-Saphir, rund geschlif­fen mit sechs­tei­li­ger Strah­lung im Auf­licht; nur schö­ne Exem­plare wer­den hoch bezahlt. Zu den Halb­edel­stei­nen zäh­len: Ame­thyst, Topas, Tur­ma­lin, Chrys­obe­ryll (Kat­zen­auge und Alex­an­drit, letz­te­rer bei Tage bron­ze­far­ben grün, bei künst­li­chem Licht tief­rot), Zir­kon, Spi­nell, Mond­stein (ein Ortho­klas-Feld­spat von silb­ri­gem, in sei­ner wert­volls­ten Varie­tät stark bläu­li­chem Schim­mer; höchs­ter Preis 75–100 R. das Stück), Gra­nat und Beryll (Aqua­ma­rin). Nur der Mond­stein wird im fes­ten Fels gefun­den, alle übri­gen im Fluß­ge­röll der Distrik­te Balan­goda (S. 50), Rak­wana und Rat­na­pura (S. 33). Infol­ge der stei­gen­den Nach­frage der Turis­ten kom­men auch frem­de Edel­steine auf Cey­lon in den Han­del. Vgl. S. xxvi.

p. 21

Die Bevöl­ke­rung belief sich nach der Zäh­lung von 1911 auf 3 592 397 See­len (1901: 3 565 954), ohne die Sai­son­ar­bei­ter, und setzt sich außer den Euro­pä­ern haupt­säch­lich aus sechs ver­schie­de­nen Ras­sen zusam­men, unter denen die Sin­gha­le­sen nahe­zu zwei Drit­tel aus­ma­chen. Die ältes­te Ras­se, eins der Urvöl­ker der Erde, sind die merk­wür­di­gen Wed­da (d. h. Jäger), die neu­er­dings von E. Schmidt und P. u. N. Sar­ra­sin zum Gegen­stand beson­de­rer Stu­dien gemacht wor­den sind. Sie sind klein von Wuchs, meist dun­kel­braun, mit wel­li­gem Haupt­haar, fast bart­los und bewoh­nen jetzt nur noch den ent­le­ge­nen SO. der Insel, nament­lich die Pro­vinz Uwa (Gesamt­zahl 1911: 5342). Ein Teil, die sog. Dorf­wedda“, ist bereits seß­haft gewor­den. Die übri­gen, die Fel­sen­wedda“, leben aus­schließ­lich vom Ertra­ge der Jagd mit Bogen und Schlin­ge und trei­ben nur scheu­en Tausch­han­del mit den Sin­gha­le­sen, indem sie am Wald­rande Wild­pret oder wil­den Honig hin­le­gen nebst dem Modell des dafür gewünsch­ten Gegen­stan­des, den sie dann nachts heim­lich abho­len. — Noch unge­klärt ist die Her­kunft der Rodi­ya, die sich durch sehr schö­ne Kör­per­bil­dung aus­zeich­nen, aber sozi­al unge­mein ver­ach­tet sind. — Das ältes­te Kul­tur­volk der Insel sind die Sin­gha­le­sen (1911: 2 676 230), die ari­schen Ursprungs sein sol­len. Sie sind mit­tel­groß, bron­ze­far­ben, von zar­tem Glie­der­bau, mit Adler­nase, lan­gen schwar­zen Haa­ren, die auch den Män­nern ein wei­bi­sches Aus­se­hen geben, bei­de Geschlech­ter in der Jugend oft außer­or­dent­lich schön. Ihre Spra­che, das Elu“, wird vom Sans­krit her­ge­lei­tet. Sie sind Bud­dhis­ten (S. 22) und besit­zen alte chro­nis­ti­sche Auf­zeich­nun­gen, nament­lich den Mahâvas­na (8. 22), und in dem Tem­pel des hei­li­gen Zahns in Kan­dy (8. 37) eine der berühm­tes­ten Wall­fart­stät­ten der bud­dhis­ti­schen Welt. — Die Tami­len oder Tamu­len (1911: 599 771) ent­stam­men den dra­vi­di­schen Völ­kern Süd­in­di­ens (S. 69). Sie woh­nen teils als Acker­bauer in den nörd­li­chen Pro­vin­zen, teils als Arbei­ter in den Städ­ten, zeit­weise auch auf den Pflan­zun­gen der Euro­päer, wo sie als kräf­tige, wil­lige Leu­te geschätzt wer­den. Sie sind Anhän­ger des Hin­du­is­mus, zumeist des fins­tern Schi­va­kults, des­sen bizar­ren Tem­peln und Göt­zen­fi­gu­ren man häu­fig begeg­net. Auf­fal­lend sind ihre Stirn­zei­chen (vgl. S. lxi), die sie all­mor­gend­lich erneu­ern. — Die Moors oder Moor­men (1911: 260 842 ; Moh­ren, Mau­ren“) sind Moham­me­da­ner vor­der­asia­ti­schen Ursprungs (S. 22); sie leben als Händ­ler und Geld­ver­lei­her in den Städ­ten und sind an ihrer Tracht, beson­ders dem gefloch­te­nen Käpp­chen, leicht kennt­lich. — Mit dem hol­län­di­schen Namen Burg­her bezeich­nen sich

p. 22

die sog. Eura­sier oder Misch­linge aus Ehen asia­ti­scher Frau­en mit Euro­pä­ern por­tu­gie­si­scher, hol­län­di­scher oder eng­li­scher Abkunft (1911: 25173). Sie sind christ­li­chen Glau­bens und spre­chen eng­lisch, wer­den aber von den rei­nen Wei­ßen nicht für voll aner­kannt. Unter den vor­neh­me­ren Burg­hers gibt es vie­le Advo­ka­ten, Rich­ter und Ärz­te, die andern sind im kirch­li­chen, Ver­wal­tungs– und kauf­män­ni­schen Bure­au­di­enst ange­stellt, z.T. auch Hand­wer­ker. — Die Malay­en (11 870) sind Nach­kom­men ehe­ma­li­ger Sol­da­ten, die von den Eng­län­dern in Malak­ka gewor­ben wur­den. Sie sind moham­me­da­ni­scher Reli­gion und fin­den vor­zugs­weise als Poli­zis­ten, Gefäng­nis­wär­ter, Dienst­bo­ten Ver­wen­dung. — Unter den Euro­pä­ern (5278) über­wie­gen weit­aus die Eng­län­der als Regie­rungs­be­amte, Plan­ta­gen­ver­wal­ter, Kauf­leute, Indus­tri­el­le. Geschich­te. Der ältes­te Name der Insel, Tam­ra­parni, d. h. glän­zend wie Kup­fer, mag mit der Far­be des Late­rits (S. 15) zusam­men­hän­gen. Die Grie­chen, denen sie seit dem Zuge Alex­an­ders d. Gr. bekannt wur­de, mach­ten dar­aus Tapro­bane. Die klas­si­sche Lite­ra­tur der Inder, z. T. das Epos Rama­yana, nennt sie Lan­ka, wie noch heu­te die Ein­ge­bo­re­nen. Auf die ari­schen Erobe­rer aus Nord­in­dien, die nach der Sage 543 vor Chr. unter ihrem Füh­rer Sin­gha (der Löwe) auf die Insel kamen, geht der Name Sin­g­hala zurück, aus dem in euro­päi­scher Umfor­mung Cey­lon wur­de. Nach den Chro­ni­ken reicht die Geschich­te des Sin­gha­le­sen­rei­ches bis in das III. Jahrh. vor Chr. hin­auf. Damals führ­te der König Dewâ­n­am­piya Tis­sa (S. 57), die bud­dhis­ti­sche Reli­gion ein. In dich­ter Besie­de­lung bewohn­ten die Sin­gha­le­sen vor­wie­gend die Tief­län­der des Nor­dens. Sie besa­ßen eine bedeu­tende, auf groß­ar­ti­gen Bewäs­se­rungs­an­la­gen beru­hende Kul­tur, deren glän­zen­der Mit­tel­punkt die Königs­stadt Anurâdha­pura war. Wech­sel­rei­che Kämp­fe mit den aus Süd­in­dien vor­drin­gen­den Tami­len (S. 21) erfüll­ten das ers­te Jahr­tau­send unse­rer Zeit­rech­nung. All­mäh­lich wichen die Sin­gha­le­sen nach Süden. 769 ver­leg­ten sie ihre Haupt­stadt nach Polon­na­ruwa, 1235 wei­ter nach Dam­ba­deniya, end­lich um 1500 nach dem leich­ter zu ver­tei­di­gen­den Kan­dy im Hoch­land. Ihre Was­ser­werke im Flach­land ver­fie­len, die frucht­ba­ren Fel­der wur­den zur fie­ber­ver­pes­te­ten, dschun­gelb­e­deck­ten Ein­öde. An der Küs­te hat­ten sich ara­bisch-indi­sche Misch­linge ange­sie­delt und den Han­del an sich geris­sen. Da erschie­nen von Goa her (S. 102) 1506 die Por­tu­gie­sen vor Cey­lon, grün­de­ten 1517 in Colom­bo eine befes­tigte Nie­der­las­sung und ver­brei­te­ten unter den Ein­ge­bo­re­nen die römisch-katho­li­sche Reli­gion, die noch heu­te unter den 350 000 Chris­ten bei wei­tem die meis­ten Anhän­ger zählt. Trotz grau­sa­mer Kämp­fe blieb ihre Herr­schaft aber auf eini­ge Küs­ten­plätze beschränkt. Die zeit­wei­lige Ver­ei­ni­gung Por­tu­gals mit Spa­nien führ­te im Unab­hän­gig­keits­krieg 1602 die Nie­der­län­der her­bei. Im Ein­ver­ständ­nis mit

p. 23

den Köni­gen von Kan­dy ver­trie­ben sie die Por­tu­gie­sen, setz­ten sich aber dann ihrer­seits in deren Besit­zun­gen fest und mono­po­li­sier­ten den aus­wär­ti­gen Han­del. Im innen­lande ver­moch­ten auch sie kei­nen poli­ti­schen Ein­fluß zu gewin­nen. Als die Nie­der­lande 1795 zum Anschluß an Frank­reich gezwun­gen wur­den, mach­te die Flot­te der engl. Ost­in­di­schen Han­dels­kom­pa­gnie ihrer Herr­schaft ein Ende. 1798 wur­de Cey­lon der bri­ti­schen Kro­ne unter­stellt. Die Ein­nahme von Kan­dy 1815 besei­tigte das sin­gha­le­si­sche König­tum. Das Kron­land Cey­lon ist in Gesetz­ge­bung und Ver­wal­tung vom Kolo­ni­al­amt in Lon­don abhän­gig. Obers­ter Beam­ter ist der meist auf sechs Jah­re ernann­te königl. Gover­nor, der drei Resi­den­zen hat, Colom­bo, Kan­dy und Nuwa­ra Eli­ya. Ihm zur Sei­te ste­hen das Exe­cu­tive Coun­cil, mit fünf Mit­glie­dern, und das Legis­la­tive Coun­cil, mit sieb­zehn Mit­glie­dern, dar­un­ter auch Ver­tre­tern der Ein­ge­bo­re­nen, die der Gou­ver­neur beruft. Die Insel ist in 9 Pro­vin­zen geteilt, die von Govern­ment Agents ver­wal­tet wer­den. Die drei Haupt­städte, Colom­bo, Gal­le, Kan­dy, haben ihre beson­de­ren Muni­zi­pal­räte. Die Grund­lage der bür­ger­li­chen Recht­spre­chung im Unter­lande ist noch das von den Hol­län­dern ein­ge­führte Gesetz­buch. Als Turis­ten­ziel ist Cey­lon in mehr­fa­cher Hin­sicht unver­gleich­bar. Die tro­pi­sche Natur lernt man im Tief­land wie auf den Höhen, in den Kul­tu­ren der Ein­ge­bo­re­nen und der Euro­päer wie im Urwald ken­nen. Colom­bo (S. 25) bie­tet den eigen­ar­ti­gen Reiz einer tro­pi­schen Hafen­stadt. Die Dör­fer und Städ­te der Sin­gha­le­sen zei­gen das far­ben­bunte Bild der Lebens­weise tro­pi­scher Völ­ker. In Kan­dy (S. 35) tut man einen Ein­blick in die Welt­re­li­gion des Bud­dhis­mus. Die mäch­ti­gen Rui­nen von Anurâdha­pura (S. 56), Polon­na­ruwa (S. 65) usw. zeu­gen von mehr­tau­send­jäh­ri­ger Geschich­te. Nuwa­ra Eli­ya  (S. 46) ist einer der belieb­tes­ten Höhen­kur­orte in den Tro­pen. Der Besuch des Adam­spiks (S. 51), den rüs­tige Berg­stei­ger kei­nes­falls ver­säu­men wer­den, schiebt sich am bes­ten zwi­schen Kan­dy und Nuwa­ra Eli­ya ein. Zu län­ge­rem Auf­ent­halt eig­net sich beson­ders Kan­dy; im Tief­land wir­ken die gleich­mä­ßige Tages– und Nacht­tem­pe­ra­tur und die feuch­te Luft sehr erschlaf­fend. Die Haupt­rei­se­zeit fällt in die Mona­te Dezem­ber, Janu­ar, Febru­ar bis gegen Ende März. Die Gast­häu­ser der Haupt­orte gehö­ren zu den bes­ten Asi­ens. Die Regie­rungs-Rast­häu­ser (Rest­hou­ses, Dak Bun­ga­lows) sind durch­schnitt­lich bes­ser ein­ge­rich­tet als die des indi­schen Fest­lands, ent­hal­ten mehr Zim­mer u. einen Spei­se­saal und bie­ten ordent­li­che Ver­pfle­gung (F. 50–75 cts., G 1., D. 1½ R.). Die wich­tigs­ten Orte sind mit der Eisen­bahn erreich­bar. Auf den gro­ßen Land­stra­ßen ver­keh­ren Per­so­nen­pos­ten (coach), z.T. auch Post-Auto­om­ni­bus, bei­de aller­dings unbe­quem und oft über­füllt.

p. 24

Fol­gende Rund­fahrt umfasst die haupt­säch­lich sehens­wer­ten Plät­ze: 1. Tag von Colom­bo an der West­küste ent­lang bis: 82 M. Put­talam (Rast­haus). 2. Tag: 46 M.  Anu­râdha­pura; 3. Tag: 66 M.  Trin­co­malí; 4. Tag: 73 M. Polon­na­ruwa; 5. Tag: 43 M. Dam­bulla; 6. Tag: 45 M. Kan­dy; 7. Tag: 48 M. Nuwa­ra Eli­ya; 8. Tag, über Ban­dar­a­wela und Hapu­tale nach: 112 M.  Rat­na­pura; 9. Tag: 60 M. Colom­bo. Da bei die­ser Zeit­ein­tei­lung der Auf­ent­halt in Anu­râdha­pura, Kan­dy und Nuwa­ra Eli­ya sehr knapp bemes­sen ist, so wird man bes­ser nach letz­te­ren bei­den Orten mit der Eisen­bahn fah­ren und die Auto­fahrt auf den nörd­li­chen Teil der Rou­te beschrän­ken: von Kan­dy über Dam­bulla, Polon­na­ruwa, Trin­co­mali nach Anu­radha­pura (4 Tage; will man von da mit der Eisen­bahn nach Colom­bo zurück­keh­ren, so ist die Ent­schä­di­gung für das ent­las­sene Auto­mo­bil vor­her genau zu ver­ein­ba­ren). Nacht­quar­tier ist über­all tele­gra­phisch vor­aus­zu­be­stel­len. Zu Rei­sen im Innern ver­sehe man sich in Colom­bo, z.B. bei Freu­den­berg & Co., mit einem Scheck­buch, wor­auf man in den euro­päi­schen Hotels Geld bekommt. Die Cook’schen Cir­cu­lar Notes sind in den Hotels meist direkt ver­wend­bar. Klei­ne Mün­ze. Zu Jagd­aus­flü­gen mie­tet man in Colom­bo einen ein­hei­mi­schen Jagd­füh­rer (Shi­ka­ri), der die gesam­te Orga­ni­sa­tion des Aus­flugs für 30–50 R. täg­lich über­nimmt, je nach der Ent­fer­nung des Jagd­ge­bie­tes, der Zelt– und Bett­ein­rich­tung (Mos­ki­to­netze), der Ver­pfle­gung (ohne Geträn­ke, Mine­ral­was­ser), der Bedie­nung (Koch, Boy usw.). Man bedin­ge den Ein­kauf der Kon­ser­ven in den Inter­na­tio­nal Stores, durch die man auch Arran­ge­ments tref­fen las­sen kann. Die Jagd­li­zenz hat der Rei­sende zu zah­len, die Lösung beim Govern­ment Agent besorgt der Shi­ka­ri. Sie erstreckt sich nur auf bestimm­te, zeit­wei­lig wech­selnde Distrike, für deren Inne­hal­tung man den Shi­ka­ri ver­ant­wort­lich mache. Auch darf jeder Jäger nur eine bestimm­te Zahl Wild erle­gen (1 Ele­phant, 2 Büf­fel usw.). Über­schrei­tung der Jagd­ge­setze wird streng bestraft.

p.25

2. Colombo.

Für die Ver­wei­sun­gen auf das Plan­qua­drat B 5 vgl. den Son­der­plan der Stadt­teile Fort & Pettah (oben l. auf dem Gesamt­plan).

ANKUNFT. Der Damp­fer macht an einer der Anker­bo­jen fest. Die Hotel­die­ner kom­men an Bord. Man über­gebe ihnen sein Gepäck. Aus­schif­fung in Dampf­scha­lup­pen, Ruder­boo­ten oder Ein­ge­bo­re­nen-Kanus: Taxe von 6 Uhr früh bis 7 abends 35 cts. (in engl. Gel­de 6 p.), nachts 55 cts. (in engl. Gel­de 9 p.); Hand­ge­päck und Stüh­le in Beglei­tung des Eigen­tü­mers frei; grö­ße­res Gepäck 10, 15, 25 etc. Man lan­det an der über­dach­ten Lan­de­brü­cke (Pas­sen­gers Jet­ty) dicht beim Zoll­amt (Custom house, Pl. B 5). Die Zoll­re­vi­sion (vgl. S. xix.), der man per­sön­lich bei­zu­woh­nen hat, ist auf die Zeit von 7 12 Uhr früh bis 8 abends beschränkt. Nachts darf man nur ein Stück Hand­ge­päck mit­neh­men. Das übri­ge bleibt unter Ver­schluß im Zoll­amt, wo man über­flüs­sige Stü­cke gegen 50 etc. wöchent­lich auch belas­sen kann. — Ers­te Regel für den Ankömm­ling: man hüte sich vor Son­nen­stich; hat man noch kei­nen Tro­pen­helm, so span­ne man sofort sei­nen Schirm auf. Gast­höfe (vgl. S. xxiii; Okt.-März schrift­li­che Vor­aus­be­stel­lung rat­sam): *Gal­le Face Hotel (Pl. 0: B 7), Gal­le Face Road, 12 Min. Rik­scha­fahrt vom Lan­de­platz, in frei­er Lage an der See, 300 Bet­ten, lich­te Räu­me, See­was­ser-Schwimm­bas­sin, die Zim­mer nach der See nur bei See­b­rise vor­zu­zie­hen, die Z. im Neben­ge­bäude z. T. mäßig, P. wäh­rend der Haupt­rei­se­zeit 15 R., bei län­ge­rem Auf­ent­halt bil­li­ger, abends oft Musik und Tanz; *Grand Ori­en­tal Hotel (Pl. b: B 5; übli­che Abkür­zung G.O.H., sprich dschi oh ehtsch), in beque­mer Lage dicht bei der Lan­de­brü­cke, alt­be­rühmt und eben­falls ers­ten Ran­ges, P. von 10 R. an, bei mehr als drei-tägi­gem Auf­ent­halt etwas bil­li­ger, viel­be­suchte Veran­da, wo sich Händ­ler und Gauk­ler ein­stel­len. Bris­tol Hotel (Pl. c: B 5), York Street, im Fort-Stadt­teil, weni­ger anspruchs­voll, aber eben­falls kom­for­ta­bel und gerühmt, Z. von 2½, mit zwei B. von 4½ R. an, F. 2, L. 2, M. 3 R., P. von 8 R. an, für Fami­lien und Geschäfts­rei­sende Ver­ein­ba­rung; * Bri­tish India Hotel (Pl. d: B 5), Flag­staff Street, in schö­ner Lage am Meer. * Mount Lavi­nia Gr. Hotel s. S. 32. Fuhr­werk (Stra­ßen vor­treff­lich). Das bequems­te Beför­de­rungs­mit­tel sind die 1884 ein­ge­führ­ten ost­asia­ti­schen Rik­schas, die meist von Tami­len gezo­gen wer­den (man nennt ihnen kurz das Ziel): bis 10 Min. 10 cts., ½ St. 25 etc., War­ten jede ½ St. 10 etc. ; von 7½ Uhr abends bis 6 Uhr früh ein Drit­tel mehr. Zu län­ge­ren Fahr­ten ist jedoch ein Wagen vor­zu­zie­hen: inner­halb des Weich­bilds ½ Stun­de 50 cts., 1 Stun­de 1 R, jede fol­gende Stun­de 50 cts.; von 7 Uhr abends bis 6 Uhr früh 13 mehr. Es gibt auch Wagen zwei­ter Klas­se, die 1413 bil­li­ger sind. Außer­halb des Weich­bilds von Colom­bo beson­dere Prei­se, die für die übli­chen Aus­flüge in den Hotels aus­hän­gen, aber stets zu ver­ein­ba­ren sind (Wege­zoll zu Las­ten des Rei­sen­den, 60 cts.). Auto­mo­bile (Motor Cars), für wei­tere Aus­flüge zu emp­feh­len (vgl. S. 24): Cey­lon Motor Co., Vic­to­ria Arca­de (Th. Cook & Son); Wal­ker, Sons & Co. Ltd., unweit des Gr. Ori­en­tal Hotels; Arnold Motor Tou­ring Co., Vic­to­ria Arca­de 1415; Mor­gan, Bul­ner & Co., beim Lan­dungs­platz am Hafen. Stra­ßen­bahn (10 etc.; von ansäs­si­gen Euro­pä­ern wenig benutzt, obschon sie Abtei­le I. Klas­se hat, vgl. S. xxii) vom Damp­fer­lan­de­platz (Pl. B 5) durch Fort und Pettah nord­ost­wärts bis Grand Pass (Vic­to­ria Bridge, Pl. E F 3; S. 29), süd­ost­wärts nach der Vor­stadt Borel­la (Pl. E 7). Rei­se­bu­reau: Thos. Cook & Son, Vic­to­ria Arca­des 1, York Street. Eng­lisch spre­chende Füh­rer (dun­kel­blauer Rock mit grü­nen Auf­schlä­gen) erhal­ten 50 cts. für die ers­te, 25 cts. für jede wei­tere Stun­de; sie haben den amt­li­chen Tarif (pocket regis­ter) auf Ver­lan­gen vor­zu­zei­gen. …

p. 26

Bei beschränk­ter Zeit (1½ Tage): Fuß­wan­de­rung durch den Fort genann­ten Stadt­teil (S. 27); Rik­scha­fahr­ten durch die Pettah in die nörd­li­chen Stadt­teile (S. 2829) und durch die süd­li­chen Stadt­teile (Freshwa­ter Lake, Vic­to­ria Park (S. 2930), am bes­ten wäh­rend der Stun­den vor Son­nen­un­ter­gang, wo das blen­dende Tages­licht weicht und die tie­fen Far­ben der Land­schaft kräf­tig her­vor­tre­ten; Aus­sicht vom Was­ser­re­ser­voir Mali­gakanda  (S. 29); Muse­um (S. 30); Abend auf der Gal­le Face Road (S. 28).

p. 27

Die Beob­ach­tung des bun­ten Trei­bens der Ein­ge­bo­re­nen und die wech­seln­den Bil­der ihrer Wohn­stät­ten, Märk­te, Tem­pel sind von uner­schöpf­li­chem Reiz. — In der Umge­bung ist der Mount Lavi­nia  (S. 32) das belieb­teste Aus­flugs­ziel; an der Zwi­schen­sta­tion Dehi­wala ein Bud­dha­tem­pel (S. 32). Bedeu­ten­der ist der Kela­nitem­pel (S. 32). Colom­bo, die Haupt­stadt von Cey­lon, Win­ter­re­si­denz des Gou­ver­neurs und Sitz des Groß­han­dels, einer der wich­tigs­ten Plät­ze an der Welt­han­dels­straße nach Ost­asien und Aus­tra­lien, erstreckt sich auf der fla­chen West­küste der Insel über 11,5 km in nord­süd­li­cher und 4,5 km in west­öst­li­cher Rich­tung. Die Stadt bie­tet nir­gends ein über­sicht­li­ches Gesamt­bild, da ihre Haupt­masse, die nied­ri­gen Häu­ser der Ein­ge­bo­re­nen, unter den Pal­men ver­schwin­det. Der alte Name Kal­ambu, unter dem sie im XIII. Jahrh. von dem ara­bi­schen Rei­sen­den Ibn Batu­ta erwähnt wird, hängt ent­we­der mit dem nördl. mün­den­den Fluß Kela­ni oder mit dem See im S. der Alt­stadt („kulam“, Teich) zusam­men. Den Kern der euro­päi­schen Nie­der­las­sung bil­det das ehem. Fort, das die Por­tu­gie­sen 1517 auf der vor­sprin­gen­den Fels­platte am Mee­re grün­de­ten und die Nie­der­län­der seit 1656 wei­ter befes­tig­ten (vgl. S. 22). Die Zahl der Ein­woh­ner beläuft sich auf 213.396 (1901: 158 093), zumeist Sin­gha­le­sen, dann Tami­len, Indo-Ara­ber, Malay­en , Par­sen , Misch­linge (Burg­her, S. 2122). Euro­päer gibt es im gan­zen 5.000, dar­un­ter etwa 40 Deut­sche, die eine ange­se­hene Kolo­nie bil­den. Der Hafen (Pl. B C 4, 5), ursprüng­lich eine wenig geschütz­te Ree­de, hat sei­ne heu­tige Bedeu­tung erst durch die drei 1875–85 erbau­ten Wel­len­bre­cher erhal­ten, von denen der süd­li­che 1280 m, der nord­öst­li­che 335 m, der mitt­lere (seit sei­ner jüngs­ten Erwei­te­rung zu bes­se­rem Schutz gegen den SW.-Mon­sun) 1600 m lang ist. Die bei­den Ein­fahr­ten sind je 300 m breit. Der süd­li­che Wel­len­bre­cher (zugäng­lich vom Gor­don­gar­ten aus, S. 28) bie­tet eine hüb­sche Pro­me­nade und Aus­sicht. An sei­nem äuße­ren Ende steht ein nied­ri­ger Leucht­turm, des­sen rotes Licht 8 See­mei­len weit sicht­bar ist. Der Hafen ist 200 ha groß und ent­hält mehr als 50 ver­an­kerte Anle­ge­bo­jen. Die bis­he­rige Tie­fe von 9 m wird zur Hälf­te der Was­ser­flä­che jetzt der­je­ni­gen des Sues­ka­nals (11 m) gleich­ge­macht. Auf der O.-Seite deh­nen sich gro­ße Koh­len­la­ger ans, im NO. ein Dock für Schiffs­re­pa­ra­tu­ren. Die Zahl der ein– und aus­lau­fen­den Damp­fer und Segel­schiffe betrug im J. 1911 3299 mit 8 920 552 Ton­nen Gehalt. Der an Stel­le der nie­der­ge­leg­ten Befes­ti­gun­gen seit der eng­li­schen Zeit erstan­dene Stadt­teil, mit den Regie­rungs– und andern öffent­li­chen Gebäu­den, den gro­ßen Geschäfts­häu­sern, Ban­ken usw., hat den Namen Fort bewahrt (Pl. B 5). Ihn durch­zie­hen vom Hafen süd­wärts zwei brei­te, z. T. von Arka­den ein­ge­faßte Stra­ßen, York Street und Queen Street, mit rotem Late­rit­ma­ca­dam. York Street, die der Lan­de­brü­cke gegen­über beginnt, ist die Haupt­ge­schäfts­straße, mit einer Allee von Pap­pel­hi­bis­cus (S. 19). An ihr

p. 28

einer­seits ein Mar­mor­sitz­bild der Köni­gin Vic­to­ria (Pl. 4: B 5), 1897 zu ihrem 60 jäh­ri­gen Regie­rungs­ju­bi­läum errich­tet, und die Vic­to­ria-Arka­den, mit vie­len Läden, Agen­tu­ren, einem Restau­rant (Refresh­ment Rooms) usw.; ander­seits die Ver­kaufs­ar­ka­den des G.O.H. (S. 25), deren Umbau 1914 voll­en­det sein wird. Wei­ter­hin Läden der Juwe­liere und Curio­s­händ­ler. Drei Quer­stra­ßen, die Prince Street, mit dem Deut­schen Kon­su­lat (Pl. 1: B 5) und der öffent­li­chen Biblio­thek (Public Libra­ry, Pl. 3: B 5), die Bail­lie Street und die Chat­ham Street ver­bin­den die York Street mit der Quenn Street, die im W. der Lan­de­brü­cke beginnt. Vorn r. ein umfrie­dig­ter öffent­li­cher Gar­ten, mit Stand­bild des Gou­ver­neurs Sir Arthur Gor­don, l. das Regie­rungs­ge­bäude (Govern­ment Offices). Hin­ter dem Gor­don­gar­ten r. das Queen’s House (Pl. B 5), der Wohn­sitz des Gou­ver­neurs; an dem Gar­ten­tor gegen­über der Prince Street ein Denk­mal für den Gou­ver­neur E. Bar­nes (1820–31). Links das Post­ge­bäude (Pl. B 5). In der Mit­te der Stra­ße, an der Kreu­zung der Chat­ham Street, erhebt sich der vier­eckige Uhr– und Leucht­turm (Pl. 7: B 5), des­sen Funk­feuer 15 See­mei­len weit sicht­bar ist. In der Nähe eini­ge gro­ße Bank– und ande­re Geschäfts­häu­ser. Am S.-Ende der Stra­ße l. fünf gro­ße Kaser­nen (bar­racks), r. das zuge­hö­rige Offi­zier­ka­sino (offi­cers‘ quar­ters). Zum Fort wird noch der Anfang der **Gal­le Face Road (Pl. B 6) gerech­net, die zwi­schen dem Meer und der gro­ßen Gal­le Face genann­ten Rasen­flä­che hin­läuft, eine der herr­lichs­ten Cor­s­o­stra­ßen der Erde, bei Son­nen­un­ter­gang von unver­geß­li­chem Zau­ber. An ihrer Par­al­lel­straße, der Gal­le Face Espla­nade, l. das ova­le Gebäu­de des Colom­bo Club (Pl. B 6), dann r. das S. 25 gen. gro­ße Hotel. Die Gal­le Face Road führt wei­ter, bestän­dig zwi­schen Pal­men und andern tro­pi­schen Bäu­men, Gär­ten und Bun­ga­lows hin, nach den Vor­or­ten Kol­la­pi­tiya (Pl. (1 7, 5; Kol­petty“ in euro­pä­isch-ört­li­cher Abkür­zung), vor der Erschlie­ßung der Cin­na­mon Gar­dens (S. 30) das belieb­teste Vil­len­vier­tel Colom­bos, jetzt teil­weise von wohl­ha­ben­den Ein­ge­bo­re­nen und Burg­hers (S. 2122) bewohnt, Bam­ba­la­pi­tiya, mit eini­gen vor­neh­men eng­li­schen Bun­ga­lows, und Wella­watta, alle drei Hal­te­stel­len der S. 31 gen. Küs­ten­bahn. — Bei Kol­la­pi­tiya mün­det der S. 31 gen. Green Path. Im O. der Prince Street (s. oben) gelangt man zwi­schen den Koh­len­la­gern im S. des Hafens und einem gro­ßen begrün­ten Plat­ze hin­durch nach der Haupt­straße (Main Street) der Pettah (Pl. C 5), der schwar­zen“, d. h. Ein­ge­bo­re­nen-Stadt, deren Stra­ßen von nied­ri­gen Häu­sern mit offe­nen Ver­kaufs­lä­den ein­ge­faßt und stets von bun­tem Men­schen­ge­wim­mel erfüllt sind. Der Markt­platz, mit dem Stadt­haus (Town Hall; Pl. 6: C 5), liegt an der Ost­grenze der Pettah, an die sich hier nord­östl. der Stadt­teil St. Paul’s (Pl. C D 4, 5) anschließt. In der nord­wärts lau­fen­den Sea Street mag man den gro­ßen Hin­du­tem­pel (Pl. C 4)

p. 29

besu­chen, ein mit bizar­rem Schmuck über­la­de­nes Bau­werk im Stil, wenn auch nicht in den Abmes­sun­gen der grol­len dra­vi­di­schen Tem­pel Süd­in­di­ens (das inne­re unzu­gäng­lich). Öst­lich die hoch­ge­le­gene Wol­fen­dahl-Kir­che (Pl. D 4, 5), 1749 von den Hol­län­dern im Zopf­stil erbaut, mit schwer­fäl­li­ger Vie­rungs­kup­pel, von der man einen guten Rund­blick hat. Neben ihr eini­ge min­dere Gebäu­de aus hol­län­di­scher Zeit. — Die süd­wärts lau­fende Stra­ße führt nach dem Jus­tiz­ge­bäude (Law Courts, Pl. D 5). Die nörd­li­chen Stadt­teile lösen sich mehr und mehr in Hüt­ten­grup­pen auf. Die katho­li­sche Kathe­drale San­ta Lucia (Pl. D 4), 1904 voll­en­det, ist im römi­schen Stil erbaut, mit 46 m hoher Kup­pel. Wei­ter des gro­ße St. Tho­mas‘ Col­lege (Pl. D 3), eine höhe­re Schu­le nach Art der eng­li­schen Col­le­ges, mit der 1851 erbau­ten gleich­na­mi­gen angli­ka­ni­schen Kathe­drale. — Nord­wärts vom Hafen erstreckt sich die male­ri­sche Fischer­vor­stadt Mut­wall (Pl. C D 3) bis zur Kela­ni Ganga. Der Fluß bil­det vor sei­ner Mün­dung einen klei­nen See, an dem die Vil­la Whist Bun­ga­low liegt, bekannt durch Ernst Hae­ckels Auf­ent­halt, 1881. Von hier land­ein­wärts nach der ver­kehr­rei­chen Vic­to­ria­brü­cke (Pl. E F 3) und zurück durch Ferguson’s Road, St. Joseph Street, Grand Pass Road usw. (Stra­ßen­bahn s. S. 25). Im S. der Pettah dehnt sich der *Freshwa­ter Lake (Pl. C 5, 6) aus, eine durch einen Sei­ten­arm des Kela­nif­lus­ses aus­ge­süßte Lagu­ne, deren Ufer sich durch üppi­gen Pflan­zen­wuchs aus­zeich­nen. Die Stadt­teile, die sie umge­ben, bie­ten höchst male­ri­sche Bil­der. Loh­nend ein Spa­zier­gang oder eine Rik­scha­fahrt rings um den See. Von der Gal­le Face Espla­nade führt eine Brü­cke nach der Slave Island (Pl. C 6). Man folgt der Uni­on Place genann­ten Haupt­straße (Pl. C D 6, 7), wen­det sich am Süd­zip­fel des Sees nord­östl. in die Dar­ley Road, biegt in die For­bes Road ein, kreuzt die Mara­dana Road und gelangt, zuletzt bei einer (l.) gro­ßen bud­dhis­ti­schen Dâga­ba vor­über, nach dem Was­ser­re­ser­voir Mali­gakanda (Pl. E 6; dem Rik­scha-Kuli sagt man Water Tanks“). Der Auf­stieg zu dem Hügel (c. 30 m ü. M.) ist an der SO.-Sei­te. Hin­ter der Ein­fahrt r. das Ver­wal­tungs­haus, wo man von dem Assis­tant Inspec­tor oder dem Watch­man die Erlaub­nis zum Ein­tritt erbit­tet. Das Reser­voir, das durch eine 40 km lan­ge Lei­tung mit treff­li­chem Trink­was­ser ver­sorgt wird, ist mit Rasen gedeckt. Oben herr­li­che *Aus­sicht über die die dich­te Pal­men­wal­dung, unter der die Stadt fast ver­schwin­det. Man ori­en­tiert sich am leich­tes­ten nach dem Leucht– und Uhr­turm des Forts im WNW., der San­ta Lucia-Kathe­dra­le im N., dem Gal­le Face Hotel im WSW. und dem gro­ßen Gefäng­nis im SO. Rechts vom Leucht­turm fällt das gro­ße Jus­tiz­ge­bäude ins Auge. Die brei­te Kup­pel der Wol­fen­dah­l­kir­che tritt nur wenig zwi­schen den Bäu­men her­vor. Man erkennt zahl­rei­che Kir­chen, Mosche­en mit dem Halb­mond und weiß­ge­stri­chene Dâga­bas. Der

p. 30

Blick nach dem Hoch­ge­birge (Adam­spik in 64 km Ent­fer­nung) ist mor­gens und abends meist frei. Der Stadt­teil im SO. des Freshwa­ter Lake ist gro­ßen­teils auf dem Gebiet der ehem. Zimt­pflan­zun­gen (Cin­na­mon Gar­dens) erbaut, die von der hol­län­di­schen Zeit her bis 1832 Regie­rungs­mo­no­pol waren. Der Name ist geblie­ben, obschon an ihre Stel­le längst öffent­li­che Anla­gen und Gar­ten­stra­ßen getre­ten sind. Im nörd­li­chen Tei­le der Vic­to­ria Park (Pl. D 7; dem Rik­scha-Kuli als Cin­na­mon Gar­dens zu bezeich­nen), ein kreis­run­der Rasen­platz, den ein Fahr­weg umzieht, westl. Edin­burgh Cre­scent, östl. Albert Cre­scent genannt. Am Edin­burgh Cre­scent u. a. das statt­li­che Bun­ga­low Siri­ni­wesa (Pl. C 7) des Kon­suls Freu­den­berg, das Klub­haus des Deut­schen Ver­eins, gegen­über die Spiel­plätze des Colom­bo Gar­den Club (Pl. D 7). Im süd­li­chen Tei­le des Parks das Muse­um, davor ein Stand­bild des Gou­ver­neurs Sir Wil­liam Gre­gory (1871–77). Das *Muse­um (Pl. D 7, 8), 1877 eröff­net, bie­tet eine vor­treff­li­che Über­sicht der Kul­tur Cey­lons vom Mit­tel­al­ter bis in die Neu­zeit, sowie sei­ner Gestei­ne und sei­ner Tier­welt. Ein­tritt außer Fr. wochen­tags 10–6, an christl. Sonn– und Fei­er­ta­gen 3–6 Uhr. Das Erd­ge­schoß ent­hält die eth­no­lo­gi­schen und die archäo­lo­gi­schen Samm­lun­gen (gedruck­ter Füh­rer 1 R.). A (vom Ein­gang 1., letz­ter Raum). Gale­rie der Stein­denk­mä­ler, aus den Rui­nen­stät­ten von Anu­radha­pura, Polon­na­ruwa usw. In der Mit­te die drei bedeu­tends­ten Stü­cke: das Fens­ter von Yapa­hu, eine durch­bro­chene Gneis­platte von vor­treff­li­cher Arbeit, aus dem XIII. oder XIV. Jahrh.; der *Löwe von Polon­na­ruwa‚ aus einem Stein­block, laut der sin­gha­le­si­schen Inschrift aus der Zeit des Königs Nis­lanka Mal­la (1187–96), des­sen Thron er trug; der Meda­go­da-Pfei­ler (Pro­vinz Saba­ra­ga­muwa), reich skul­piert, auf einem Löwen ruhend, eben­falls aus einem Stein­block. An der Ost­wand: der Nâga-Stein, die neun­köp­fige Kobrasch­lange dar­stel­lend, von Anu­radha­pura. Unter dem südl. Fens­ter: Abgüs­se eines Mond­steins (S. 58) und der Rie­sen­sta­tue des Parâkra­ma Bâhu (S. 66). B. Gale­rie der Bron­zen. 1. Schrank : Bron­ze­stän­der, Trink­ge­fäße. 2. und 3. Schrank: Schi­va– und Par­va­ti­fi­gu­ren. (S.lix/lx) 4. Schrank: Löf­fel, Plat­ten und Schmuck­stü­cke. 5. Schrank : Bud­dha­fi­gu­ren in Bron­ze, Kup­fer und Gold, beson­ders zu beach­ten die Bud­dha­sta­tue im obe­ren Tei­le des Schran­kes. 6. Schrank : Drei­füße, Par­va­ti­sta­tuen, schön der Bodhi­sattva Mait­taeya (d. h. der lie­bende Bodhi­sattva; vgl. S. 248). 7. und 8. Schrank : aller­hand Haus­ge­rät. 9. Schrank: Chan­des­war der Schi­va­ver­eh­rer. 10.- 14. Schrank : ver­schie­de­nes, u. a. im 11. Schrank der Son­nen­gott Suri­ya. 15. Schrank : Schi­va als Nata­raja, d. h. Beherr­scher des Welt­alls, das bes­te Stück der Bron­ze­samm­lung. — Süd­ve­randa: ein schwe­res por­tu­gie­si­sches Geschütz aus Kup­fer, 1613 im Hafen von Colom­bo ver­sun­ken und 1888 wie­der aus­ge­bag­gert. — Nord­ve­randa: Grab­steine aus por­tu­gie­si­scher und hol­län­di­scher Zeit. C. Mit­tel­halle (beim Ein­gang). 17.–20. Schrank : alte por­tu­gie­si­sche und hol­län­di­sche Feu­er­waf­fen und Schwer­ter; sin­gha­le­si­sche Dol­che und Mes­ser, z. T. mit Elfen­bein– und Sil­ber­fi­li­gran­schmuck an den Grif­fen. 10. und 21. Schrank: Elfen­bein­schnit­ze­reien z. T. nach hol­län­di­schen Mus­tern. An der Frei­treppe zwei präch­tige alt­hol­län­di­sche Möbel aus Nadun­holz: eine mes­sing­be­schla­gene Tru­he und ein Wand­schrank. S aal D: Erzeug­nisse der Bewoh­ner der Male­di­ven (S. 14), zu beach­ten Boott­mo­delle und Lack­ar­bei­ten 26. Schrank : alte Töp­fer­wa­ren aus Añu-

p. 31

râdha­pura, Polon­na­ruwa und Sigi­riya (S. 56, 65, 64). 27. Schrank: neue­re sin­gha­le­si­sche Töp­fer­wa­ren. 28. und 29. Schrank: Mas­ken, Kos­tüme, Musik­in­stru­mente, die bei Zau­ber– und Teu­fel­s­tän­zen benutzt wer­den. 31. Schrank: Fische­rei und Trans­port­we­sen; Model­le zur Ver­an­schau­li­chung der Perl­fi­sche­rei (S. 20). 23. Schrank: die Kokos­palme in ihrer erstaun­lich viel­sei­ti­gen Ver­wen­dung. Model­le zur Ver­an­schau­li­chung der Arak­be­rei­tung. 24. Schrank: Erzeug­nisse aus Pal­my­ra­pal­men (S. 18). Saal E (letz­ter Raum r. vom Ein­gang). 34.–35. Schrank: sin­gha­le­si­sche Haus­ge­räte und ver­schie­dene Spiel­zeuge. 36. Schrank: Model­le eines Häupt­lings (Muda­liyar) aus dem Unter­land und einer sin­gha­le­si­schen Braut, Jahr­hun­dert. 38. Schrank: Model­le eines Kan­dy­häupt­lings und eines bud­dhis­ti­schen Pries­ters mit dem Bet­tel­napf (vgl. S. 297). 39.–41. Schrank: Erzeug­nisse indi­scher, sin­gha­le­si­scher, mau­ri­scher Gold­schmie­de­kunst, beson­ders fein die Arbei­ten der Tami­len von Jaff­na; sin­gha­le­si­sche Nava­rat­na-Rin­ge mit den neun am meis­ten geschätz­ten Edel­stei­nen. Sil­ber­mo­dell des Gehäu­ses, in wel­chem der h. Bud­dha­zahn auf­be­wahrt wird (S. 38). 42. Schrank: in Cey­lon gefun­dene Mün­zen, die ältes­ten römi­schen Ursprungs. 43. Schrank: Stof­fe und Gerä­te zur Berei­tung des Betels (5. 17). 45. Schrank: Modell eines Wed­da-Man­nes und eines Wed­da-Wei­bes (S. 21). 40.–47. Schrank: Metall­ar­bei­ten, u. a. alt­hol­län­di­sche und sin­gha­le­si­sche Tabak­do­sen, Spuck­näpfe; sin­gha­le­sisehe Was­ser­uh­ren (Kup­fer­scha­len mit einer klei­nen Öff­nung und einer Mar­kie­rung innen, an der man nach dem Stand des ein­drin­gen­den Was­sers die Zeit ablas; in der gro­ßen Scha­le erreicht das Was­ser die obers­te Mar­ke in 48 Minu­ten, d. h. in zwei alt­sin­gha­le­si­schen Stun­den); im 47. Schrank auch alt­sin­gha­le­si­sche und tami­li­sche Auf­zeich­nun­gen auf Palm­blät­tern. An der Decke hän­gend sin­gha­le­si­sche Mes­sin­g­lam­pen. Zurück in die Mit­tel­halle, und im Trep­pen­haus, des­sen Wän­de mit Nach­bil­dun­gen der Wand­ma­le­reien von Sigi­ri (S. 64) geschmückt sind, hin­auf zum Ober­ge­schoß. Natur­wis­sen­schaft­li­che Samm­lun­gen. Im westl. Tei­le die mine­ra­lo­gi­schen und geo­lo­gi­schen Samm­lun­gen. Her­vor­zu­he­ben: im 2. Schrank die kris­tal­li­ni­schen Kalk­stein­bil­dun­gen; im 4. Schrank die Edel­steine; im 5. Schrank der Glim­mer, im 6. Schrank der Gra­phit, nebst Mus­tern ihrer Ver­wen­dung. Die Schrän­ke in der Mit­te des Zim­mers ent­hal­ten die in Cey­lon vor­kom­men­den Schwe­fel­ver­bin­dun­gen, Oxy­de, Sili­kate, Phos­phate, sowie Edel– und Halb­edel­steine. — Im östl. Tei­le die zoo­lo­gi­sche Samm­lung, in der fast alle Arten der Säu­ge­tiere, Vögel, Rep­ti­lien und Insek­ten Cey­lons ver­tre­ten sind. Ein Anbau ent­hält die Biblio­thek, die außer zahl­rei­chen sin­gha­le­si­schen und tami­li­schen Palm­blatt-Manu­skrip­ten (vgl. S. 39) in unge­fähr 12 000 Bän­den die gesam­te Lite­ra­tur über Cey­lon auf­weist. Der Lese­saal ist 6:30–10 vorm., 3–5 Uhr nachm. geöff­net. Im Gar­ten ein unge­wöhn­lich gut gear­bei­te­ter Mond­stein mit dop­pel­ter Dar­stel­lung des Srî­pa­da (S. 53). Südl. vom Albert Cre­scent, an der Stra­ße Tor­ring­ton Place (Pl. D 8) r. der gro­ße Renn­platz. — Vom Edin­burgh Cre­scent führt der Green Path (Pl. C D 7) westl. zur Gal­le Face Road (S. 28). AUSFLÜGE. — Mount Lavi­nia, 8 M.: da die Ent­fer­nung für Rik­schas sehr weit ist und mit Motor­wa­gen oder der Küs­ten­bahn (vom Fort­bahn­hof in 12 St.; 50 cts.) vie­les von dem Reiz der Fahrt ver­lo­ren geht, neh­me man einen Wagen (1–1 14 St.; 10 R. für drei Pers. hin u. zurück). Auf der Gal­le Face Road längs der Küs­te durch die S. 28 gen. Vor­orte Kol­la­pi­tiya, Bam­ba­la­pi­tiya, Wella­watta , dann über den Kiri­la­pa­ne-Kanal (Gren­ze des Stadt­be­zirks).

p. 32

Der tro­pi­sche Kokos­pal­men­wald und das bun­te sin­gha­le­si­sche Volks­le­ben wer­den den Ankömm­ling über­ra­schen. 7 M. Dehi­wala. Unweit des Bahn­hofs, am bes­ten bei der Rück­fahrt zu besu­chen, ein Bud­dha­tem­pel, kei­ner der größ­ten sei­ner Art, aber sehr cha­rak­te­ris­tisch und schön gele­gen, mit male­risch zwi­schen Pal­men empor­stei­gen­der Dâga­ba (S. 57) und wohl­er­hal­te­ner Hal­le, deren neue Wand­ma­le­reien die Stra­fe für Sün­de und die Beloh­nun­gen der Tugend vor­füh­ren; im Innern Bud­dha­fi­gu­ren (Trkg. 1 R.„ nicht mehr!). Am Wege zum Tem­pel sieht man klei­ne Mäd­chen mit Spit­zen­klöp­pe­lei beschäf­tigt, die von den Hol­län­dern ein­ge­führt wur­de. Viel Bett­ler: man sei mit klei­ner Mün­ze ver­se­hen. – Jen­seit Dehi­wala biegt der Weg r. ab. Mount Lavi­nia ist ein 1824 von dem Gou­ver­neur E. Bar­nes erbau­tes und nach sei­ner Gat­tin benann­tes Land­haus, jetzt *Mount Lavi­nia Grand Hotel (Z. von 2½, mit zwei B. von 5 R. an, F. 2½, L. 2½ R., berühmt für Fisch­ge­richte, D. 3, P. von 7 R. an). Die Lage auf dem Fel­sen über dem Meer, mit dem Blick auf die Pal­men­küste, ist male­risch. Der san­dige Strand eig­net sich zu See­bä­dern, da ein in etwa 1½ km Ent­fer­nung vor­lie­gen­des Riff die Hai­fi­sche abhält. Die Fort­set­zung der Küs­ten­bahn (Colom­bo-Mata­ra, 98 M.) führt über Kalut­ara (26 M., S. 33) und zahl­rei­che unbe­deu­tende Küs­ten­orte nach (72 M.) Gal­le (New Ori­en­tal Hot.), dem alten Haupt­ha­fen von Cey­lon, der erst in neu­es­ter Zeit von Colom­bo über­holt wor­den ist, mit 40 187 Ein­woh­nern eng­li­scher, holl. refor­mier­ter und katho­li­scher Kir­che. Dann wei­ter (90 M.) Weli­gama, in schö­ner Lage, und Mata­ra, mit 13 000 Einw., an der Nil-Ganga, über die eine Brü­cke nach dem ehem. hol­län­di­schen Fort führt. Kela­niya, Sta­tion der Kan­dy-Eisen­bahn (S.34), wird eben­falls am bes­ten zu Wagen besucht (1 St.; 10 R. hin und zurück). Bis zur Vic­to­ria-Brü­cke s. S. 29. Am r. Ufer der Kela­ni Ganga eine Stre­cke auf­wärts, dann l. ab nach dem Sin­gha­le­sen­dorf Kela­niya. Schö­ne Fahrt an dem Flus­se hin durch die tro­pi­sche Pflan­zen­welt, das Trei­ben der Ein­ge­bo­re­nen hier noch ursprüng­li­cher als auf dem Wege nach Mount Lavi­nia. Das Dorf ist von Tee– und Kau­tschuk­pflan­zun­gen umge­ben. In einer Sei­ten­straße liegt der von Pil­gern viel besuch­te Kela­ni-Tem­pel, des­sen ursprüng­li­che Grün­dung bis in die ers­te Zeit des Bud­dhis­mus (S. 22) zurück­ge­führt wird. Der Tem­pel ist mehr­fach wie­der­auf­ge­baut wor­den und bes­ser gehal­ten als der von Kan­dy (S. 37). Eine gro­ße Frei­treppe führt zu einem tri­umph­bo­gen­ar­ti­gen Tor, mit alter­tüm­li­chen Skulp­tu­ren. Im Hofe l. Rui­nen eines jün­ge­ren Got­tes­hau­ses, z. T. euro­päi­scher Bau­weise, des­sen Voll­en­dung Pries­ter ver­hin­der­ten. Die eigent­li­che Tem­pel­an­lage bestellt ans zwei neu­en Gebäu­den und einer gro­ßen weiß­ge­tünch­ten Dâga­ba (S. 57) mit ein­ge­mau­er­ten Reli­quien von einem ural­ten Hei­lig­tum, zum letz­ten Mal 1301 nach Chr. her­ge­stellt. Im Hofe ein hei­li­ger Bo-Baum (S. 19). Der ers­te Tem­pel, gera­de­aus, ent-

p. 33

hält gro­teske Dar­stel­lun­gen des Bud­dha und ande­rer Hei­li­gen, sowie wir­kungs­volle, streng sti­li­sierte Wand­ma­le­reien aus der bud­dhis­ti­schen Legen­de; in dem Glas­schrank an der Rück­wand u. a. ein ala­bas­ter­nes Sitz­bild des Bud­dha, aus Bir­ma; in einem Neben­raum unter Glas ein lie­gen­der Bud­dha, in das Nir­vâna ein­ge­hend; auf dem lan­gen Holz­tisch davor wer­den die Opfer­ga­ben nie­der­ge­legt, Blü­ten­bü­schel der Are­ka– und Tali­pot­pal­men, des Suriya­bau­mes und Lotos­blü­ten. In dem zurück­lie­gen­den zwei­ten Tem­pel: zahl­rei­che Weih­ge­schenke und Kunst­werke; in der Vor­halle auf einem Altar ein gro­ßes stark sti­li­sier­tes Srî­pada“ (S. 53), mit einem Horo­skop­kreis in der Mit­te. Rings­um Pries­ter­woh­nun­gen und klei­ne Tem­pel der hin­du­is­ti­schen Göt­ter Visch­nu, Schi­va und des ele­phan­ten­köp­fi­gen Gane­scha.

p. 34

3. Von Colombo nach Kandy

74 M. Eisen­bahn (Main Line, 1855–60 erbaut, ein­ge­lei­sig) in 3¾ – 4¾ St., für 6 R. ers­ter, 4 R. zwei­ter Klas­se, hin und zurück 9R., 6R, mit 17 tägi­ger, von Cook bezo­gen mit 2monatiger Gül­tig­keit; über Spei­se-und Schlaf­wa­gen, Bahn­re­stau­rants vgl. die Pocket Time Tables (S. 26); ein dop­pel­tes Dach schützt die Wagen gegen die Son­ne. — Außer­dem könn­te man die 1821–51 erbau­te vor­treff­li­che Land­straße benut­zen (Auto­mo­bil s. S. 24), doch ist die Eisen­bahn­fahrt schö­ner. — Wär­mere Klei­dung nicht zu ver­ges­sen (vgl. S. xiv). Der Aus­flug nach Kan­dy läßt sich allen­falls wäh­rend eines ein­tä­gi­gen Schiffs­auf­ent­halts in Colom­bo aus­füh­ren, indem man mit dem Früh­zug hin­auf­fährt und mit dem Nach­mit­tags– oder Abend­zuge zurück­kehrt (im ers­te­ren Fal­le hat man für Kan­dy selbst frei­lich nur 2¾ St.; die schö­ne Fahrt durch die tro­pi­sche Land­schaft bleibt dann die Haupt­sa­che). Auf die Aus­schif­fung und die Fahrt nach dem Bahn­hof in Colom­bo rech­ne man nicht unter einer Stun­de. Mara­dana Junc­tion s. S. 26. Im Mor­gen­zug wäh­le man anfangs die Plät­ze l., da die noch tief ste­hende Son­ne r. blen­det. Auf dem zwei­ten Tei­le der Fahrt hat man r. die schö­ne­ren Bli­cke. Die Bahn über­schrei­tet die Kela­ni Ganga und führt bei (3 M.) Kela­niya und sei­nem Tem­pel vor­über, s. S. 32. Bald erscheint r. die Land­straße, deren Lauf die Bahn gro­ß­teils folgt. Die *Fahrt durch die reich kul­ti­vierte Ebe­ne ist von hohem Reiz. Aus­ge­dehnte Was­ser­flä­chen, auf denen Reis gebaut wird, Kokos­pal­men­wäl­der und die ande­ren Cha­rak­ter­pflan­zen der tro­pi­schen Nie­de­rung (vgl. S. 16 ff.). Dazwi­schen klei­ne Ort­schaf­ten und Ein­zel­ge­höfte. Von Tie­ren bemerkt man beson­ders graue Was­ser­büf­fel, denen zier­li­che wei­ße Rei­her das Unge­zie­fer absu­chen. Wir nen­nen nur die bemer­kens­wer­te­ren Sta­tio­nen. — 16 M. Hen­ara­tyoda (11m ü. M.; am Bahn­hof ein Rast­haus), mit c. 5000 Ein­woh­nern; 20 Min. nord­westl. ein 1876 eröff­ne­ter Bota­ni­scher Gar­ten, der wich­tigste für Nutz­pflan­zen, die im feuch­ten Tief­land gedei­hen, beson­ders für süd­ame­ri­ka­ni­sche Kau­tschuk­bäume, mit deren Ein­füh­rung und Akkli­ma­ti­sie­rung hier begon­nen wur­de. Jen­seit (22 M.) Vey­ango­da (18m), dem ers­ten Halt der Schnell­züge, beginnt die Bahn zu stei­gen. Ver­ein­zelte Hügel­züge tau­chen auf. Kur­zer Tun­nel. — 34 M. Ambe­pussa (55m). Dann über die Maha Oya, und auf­wärts in deren Tal, das den Namen Tal des Todes­schat­tens“ hat, da die gan­ze Gegend bis zum Fuß des Gebir­ges fie­ber­ver­pes­tet ist. Bald erscheint r. vor­wärts zum ers­ten Mal der Dop­pel­gip­fel des Alagal­la­piks (S. 35). 40 M. Pol­ga­ha­wela (73m), Kno­ten­punkt für die Nord­li­nie Anu­râdha­pura – Jaff­na (S. 54). Unweit des Bahn­hofs ein hübsch gele­ge­nes Rast­haus. In der Nähe Kakao­pflan­zun­gen. 52 M. Ram­buk­kana (95m). Der Zug erhält eine zwei­te Maschi­ne. Die Bahn steigt (durch­schnitt­lich 1:45), an der Ost­wand des schö­nen Dekan­da-Tals auf­wärts, in zahl­rei­chen Kur­ven dem unre­gel­mä­ßi­gen Gehän­ge ange­schmiegt und durch 10 kur­ze Tun­nel.

p. 35

Die *Aus­sicht zur R. ist pracht­voll: am Abhang auf sorg­fäl­tig bewäs­ser­ten Ter­ras­sen die Reis­fel­der der Ein­ge­bo­re­nen; jen­seit des Tals die male­ri­schen Kup­pen des Hoch­lan­des in z. T. auf­fal­len­den For­men; so der Kamel­fels, der einer Burg­ruine auf jähem Fels­ke­gel gleicht, und der einem dicken Buche ähn­li­che Bibel­fels. In die Pflan­zen­welt des tro­pi­schen Tief­lan­des beginnt sich die des Hoch­lan­des zu mischen. Die Bahn führt an der stei­len Gra­nit­wand des Alagal­la­piks (1034m) etwa 300m über dem Abgrund hin: Sen­sa­tion Rock, wo der letz­te König von Kan­dy angeb­lich die Gefan­ge­nen hin­ab­sto­ßen ließ. Bei der Annä­he­rung an Kadu­g­an­nawa blickt man auf die Win­dun­gen der Land­straße, die in dem­sel­ben Paß wie die Eisen­bahn die Hoch­lands­stufe von Kan­dy erreicht. Eine Säu­le auf der Paß­höhe r. erin­nert an die Voll­en­dung der Stra­ße. — 65 M. Kadu­g­an­nawa (518m). 70 M. Pera­deniya Junc­tion (473m), Kno­ten­punkt für die Bahn nach Nuwa­ra Eli­ya – Ban­dar­a­wela , s. S. 44. — Die Bahn nach Kan­dy-Mata­le wen­det sich nach NO. und über­schrei­tet auf eiser­ner Brü­cke die Maha­weli Ganga, (S. 15). 71 M. Pera­deniya (473m), 10 Min. vom Ein­gang der Pera­deniya Gar­dens (S. 42): Rei­sende, die für Kan­dy nur einen Tag übrig haben, wer­den hier aus­stei­gen und nach Besich­ti­gung des Gar­tens im Wagen bis Kan­dy fah­ren (Wagen und Rik­schas nach dem Tarif von Kan­dy, s. unten). — 74 M. .Kan­dy. — Fort­set­zung der Eisen­bahn s. S. 55.

Kandy.

Der Bahn­hof (488m) liegt c. 1 km vom See; Hotel­die­ner und -wagen, wie auch öffent­li­ches Fuhr­werk war­ten bei Ankunft der Züge. GASTHÖFE (zur Weih­nachts­zeit von Gäs­ten aus Colom­bo stark besetzt, früh­zei­ti­ge Vor­aus­be­stel­lung dann not­wen­dig): * Queen’s Hotel (Pl. a: D 4), in bes­ter Lage an der NO.-Ecke des Sees, alt­be­rühmt, hüb­sche Dop­pel­zim­mer mit Toi­let­te- und Schreib­raum Z. 2½ R., P. von 9 R. an, eige­ne Vic­to­ri­as zu Rund­fahr­ten; * Hot. Suis­se (Pl. b: E 4), auf der Süd­sei­te des Sees, hübsch gele­gen, mit Vil­la-Depen­denz und Gar­ten, 50 Z., P. 6–11 R.; *Flo­rence Hotel (Pl. c: E 4), im Bun­ga­low-Sys­tem unter Kokos­pal­men, ruhig, 32 Bet­ten, P. 8 R., vom ach­ten Tag an 7 R., bei Auf­ent­halt von 30 und mehr Tagen der Tag 6 R. – Zwei­ten Ran­ges: Empi­re Hotel (Pl. d: D 4), an der Vic­to­ria-Espla­na­de, 10 Z., P. 5 R.; Ori­en­tal & Occi­den­tal Hotel (Pl. e: D 4), Ward Street, 10 Z.; P. 6 R., bei län­ge­rem Auf­ent­halt bil­li­ger. – Weni­ger für Euro­pä­er geeig­net: King’s Hotel, in der Ein­ge­bo­re­nen­stadt (Pl. D3), an der Kreu­zung von King’s und Cast­le Street, Z. 1½, mit zwei B. 2½, P. 6 R. FUHRWERK. Rik­schas: kur­ze Ent­fer­nun­gen 10 cts., ers­te und zwei­te ½ St. je 25 cts., jede wei­te­re ½ St. 10 cts., nachts 15, 30, 15 cts. Wagen: ein­spän­ner ers­te und zwei­te ½ St. je 60 cts., zwei­te St. 60 cts, jede wei­te­re St. 30 cts.; Zwei­spän­ner die Hälf­te mehr; nachts etwas höhe­re Prei­se. – Motor Cars durch Cook zu bestel­len. POST & TELEGRAPH, im Regie­rungs­ge­bäu­de (Government Office), im W. der Ward Street, s. S. 36. – REISEBUREAU: Thos. Cook & Son. BANKEN: Natio­nal Bank of India, Mercan­ti­le Bank of India.- KAUFLÄDEN, meist Zweig­ge­schäf­te der S. 26 gen Fir­men in Colom­bo: ein­hei­mi­sche Metall- und Holz­ar­bei­ten in der Kan­dy Indus­tri­al School;

p.36

auch in dem klei­nen Muse­um, in der Nähe der Audi­enz­hal­le (S. 40).- ARZT: Dr. Hay, Queen’s Hotel.- APOTHEKE: Mil­ler & Co. BEI BESCHRÄNKTER ZEIT (1½ Tage): Spa­zier­gang um den See, Besich­ti­gung des Mali­ga­wa-Tem­pels und der Audi­enz­hal­le, 1½-2 St.; Lady Horton’s Walk, 1½ St.; Fahrt nach Pera­deni­ya und durch den Bota­ni­schen Gar­ten, 2 Stun­den.- Im Som­mer wür­de man dem gro­ßen bud­dhis­ti­schen Pera­hera­fest bei­woh­nen kön­nen, das in den­Neu­mond­ta­gen Juni/Juli zu Ehren der Geburt Visch­nus gefei­ert wird. An fünf Tagen wer­den in gro­ßer Pro­zes­si­on, bei der geschmück­te Ele­fan­ten die Haupt­rol­le spie­len, der Schrein mit dem h. Zahn des Bud­dha (S. 38) und ande­re Hei­lig­tü­mer durch die Stadt getragen.Neuen ande­re Tage wer­den, teils in der Stadt, teils am Flus­se, mit Tän­zen und ver­schie­de­nen Zere­mo­ni­en aus­ge­füllt, bei denen die alten Häupt­lings­trach­ten u. dgl. zum Vor­schein kom­men. Kan­dy, 1500–1815 Haupt­stadt des Sin­gha­le­sen­reichs (S. 22), des­sen ent­ar­te­tem König­tum die Eng­län­der ein Ende mach­ten, jetzt Haupt­stadt der Zen­tral­pro­vinz und eine der Resi­den­zen des Gou­ver­neurs von Cey­lon, mit 30148 (1901: 26381) Ein­woh­nern, liegt in dem mitt­le­ren Tei­le eines von der Maha­weli Ganga umflos­se­nen Hoch­lan­des, in durch­schnitt­lich 505m Mee­res­höhe. Die cey­lo­ni­sche Pflan­zen­welt zeigt sich in ihrer reichs­ten Ent­fal­tung. Zu den rein tro­pi­schen For­men des Tief­lan­des, die hier noch gedei­hen, gesel­len sich die des Gebir­ges. Die Land­schaft ist von unge­mei­ner Lieb­lich­keit. Das Kli­ma, mit 25° C. mitt­le­rer Jah­res­tem­pe­ra­tur und c. 192 regen­brin­gen­den Tagen, ist herr­lich, die Luft abends duftreich und mild, nachts für den tro­pisch ver­wöhn­ten Kör­per sogar meist erfri­schend kühl. Die Hälf­te der Ein­woh­ner sind Sin­gha­le­sen, deren Sit­ten und Gebräu­che sich hier beson­ders leben­dig erhal­ten haben. An älte­ren Bau­wer­ken ist jedoch wenig vor­han­den, da Kan­dy in den Kämp­fen mit den Por­tu­gie­sen, Hol­län­dern, Eng­län­dern wie­der­holt ein­ge­äschert wur­de. Die Zahl der Euro­päer beläuft sich auf 400, mit meh­re­ren Kir­chen eng­li­schen und schot­ti­schen Ritus, und einer röm.-katholischen Kathe­drale. Vom Bahn­hof gelangt man an dem Zivil­hos­pi­tal und den Poli­zei­ba­ra­cken, dann an der Markt­halle vor­über (östl. dahin­ter das gro­ße Bogam­bra-Gefäng­nis), in die Ward Street (Pl. D 4), die Haupt­ge­schäfts­straße. Vorn l. das Regie­rungs­ge­bäude (Govern­ment Office), mit dem Post­amt. Wei­ter­hin r. das 1897–1900 erbau­te Vic­to­ria Com­me­mo­ra­tion Buil­ding der Planter’s Asso­cia­tion of Cey­lon, mit klei­ner Biblio­thek usw., und der Kan­dy Club. Am O.-Ende der Ward Street liegt Queen’s Hotel, hin­ter dem l. die Trin­co­mali Street abgeht, die Haupt­straße der Ein­ge­bo­re­nen­stadt, die übri­gens im Ver­gleich zur Pettah von Colom­bo nichts beson­de­res bie­tet. Mit­tel­punkt des Stadt– und Land­schafts­bil­des ist der von köst­li­chen Pro­me­na­den umge­bene *See von Kan­dy (Pl. D E 4), eine Schöp­fung des letz­ten Sin­gha­le­sen­kö­nigs, der durch einen gro­ßen Stau­damm die­sen Teil des Tals von Kan­dy unter Was­ser set­zen ließ. Der See ist 1100m lang und im Haupt­be­cken, das ein male­ri­sches Inse­lchen mit Trüm­mern eines kgl. Lust­hau­ses ent­hält,

p. 37

300m breit. Der Stau­damm, im W., hat eine Län­ge von c. 200m und an sei­nem südl. Ende eine Öff­nung für den Abfluß des See­was­sers, der einen klei­nen Fall bil­det und beson­ders mor­gens von den Ein­ge­bo­re­nen zum Baden benutzt wird. Am Nord­ufer des Sees zieht sich die Bund genann­te Stra­ße ent­lang, eben­so wie der Stau­damm auf der Was­ser­seite von einer schö­nen alten Stein­ba­lus­trade begrenzt. Die *Vic­to­ria –Espla­nade (Pl. D 4), neben dem Bund, mit Stand­bild des Gou­ver­neurs H. Ward (1855–60), einem Rei­ter­stand­bild zur Erin­ne­rung an den Buren­krieg, einem Musik­pa­vil­lon in kan­dy­scher Holz­schnit­ze­rei (So. Do. abends Kon­zert) und einem Spring­brun­nen zur Erin­ne­rung an den Besuch des Prin­zen von Wales 1875, zeich­net sich durch herr­li­che Blü­ten­bäume aus (Spa­tho­deen, S. 19). Am Ost­ende des Bund und der Espla­nade: r. in den See vor­ge­baut, die öffent­li­che Biblio­thek (United Ser­vice Libra­ry); 9 vorm. bis 6 Uhr abends geöff­net), ver­mut­lich ehe­mals Bade­haus des Königs; links, auf der Ost­seite der Palace Squa­re gen. Stra­ße, der berühm­te Zahn­tem­pel *Dala­da Mali­gawa (Pl. E 4), weit­hin kennt­lich an sei­nen alters­grauen Zin­nen­mau­ern und dem nied­ri­gen acht­sei­ti­gen Eck­turm mit geknick­tem Spitz­dach (Okto­gon, S. 39), im übri­gen unan­sehn­lich und nach unsern Begrif­fen äußer­lich und inner­lich ver­nach­läs­sigt, obschon er eine der hei­ligs­ten Wall­fahrts­stät­ten des Bud­dhis­mus ist und von Pil­gern aus ganz Süd– und Ost­asien besucht wird. Sei­ne Grün­dung geht das xiv. Jahrh. zurück. Das jet­zige Gebäu­de stammt aus dem Anfang des xviii. Jahrh. und war bis 1815 ein Teil des Königs­pa­las­tes. Den Haupt­ein­gang bil­det ein gro­ßer Tor­bau mit zwei Kan­de­la­bern davor. An der Mau­er zu bei­den Sei­ten zwei alte Ele­fan­ten­re­liefs. Man neh­me einen der sich andrän­gen­den Füh­rer (1 R.) und hal­te klei­nes Geld für die vie­len Bett­ler bereit. Vor­mit­tags 5½ und 9½, abends 6½ Uhr (bei Licht) fin­det Got­tes­dienst statt, an dem man, da die Bud­dhis­ten Glau­bens­haß nicht ken­nen, unbe­hel­ligt teil­neh­men kann. Wer sich über den Man­gel der äuße­ren Hei­lig­hal­tung und die Ärm­lich­keit der Hand­lung hin­weg­setzt, wird die eigen­tüm­li­che Poe­sie des sanf­ten Blu­men­kults mit­emp­fin­den. Über den von male­ri­schem Gemäu­er ein­ge­faß­ten Palast­gra­ben, der r. noch Was­ser ent­hält, mit vie­len Schild­krö­ten dar­in, und durch einen zwei­ten Tor­bau, der mit Skulp­tu­ren aus der bud­dhis­tisch-hin­du­is­ti­schen Legen­de bedeckt ist, gelangt man in einen schma­len Vor­hof. An der Wand gera­de­aus eine alte Skulp­tur aus Anu­râdha­pura. L. geht es zur Audi­enz­halle (S. 39), r. eine Trep­pe hin­an zum eigent­li­chen ZAHNTEMPEL, mit schma­ler Pfei­ler­vor­halle, an deren Rück­wand 15 Male­reien volks­tüm­lich dras­tisch die Höl­len­stra­fen schil­dern: Säu­fer und Opi­um­rau­cher wer­den von Teu­feln mit Feu­er gefüt­tert; Ehe­bre­cher wer­den an stach­li­chen Baum­stäm­men auf­-

p. 38

ge­spießt; das Fäl­len des h. Fei­gen­baums wird mit Zer­schnei­den bestraft; wer Tie­re getö­tet hat, wird von wil­den Tie­ren zer­fleischt; unbot­mä­ßige Frau­en wer­den von Papa­geien zer­hackt; Mör­der, Wuche­rer, unge­ra­tene Kin­der, unehr­er­bie­tige Leu­te der nie­de­ren Kas­ten, Tem­pel­diebe erlei­den ähn­li­che grau­en­volle Stra­fen. – Eine schön orna­men­tierte Pfor­te führt in den vier­ecki­gen, von einer offe­nen Pfei­ler­halle umge­be­nen inne­ren Hof, des­sen Mit­te das Reli­qui­ar­tem­pel­chen ein­nimmt (s. unten). Im Ein­gangs­flü­gel der Hal­le wer­den zur Zeit des Got­tes­diens­tes Tel­ler mit Blu­men, nament­lich den stark duf­ten­den Blü­ten des Tem­pel­baums (Plu­mie­ria acu­ti­fo­lia), zur Opfe­rung vor dem Zahn ange­bo­ten. Auch ste­hen hier die Musik­in­stru­mente für den Kult. Links der hei­lige Brun­nen, wo die Pries­ter sich für den Got­tes­dienst rei­ni­gen, eine klei­ne Dâga­ba (S. 57), deren Ver­gol­dung von Pil­gern aus Kam­bo­dscha gestif­tet ist, eine ver­schlos­sene Tru­he, die den Schmuck für die Ele­fan­ten am Pera­hera­fest (S. 36) ent­hält; die übri­gen Kost­bar­kei­ten in der Schatz­kam­mer r. davon. Rechts wer­den aller­hand Weih­ge­schenke gezeigt, u. a. ein Bud­dha aus Kris­tall und Sil­ber­schmie­de­ar­bei­ten; die klei­ne Trep­pe in der Ecke führt in das Okto­gon (S. 39). In dem r. Flü­gel der Pfei­ler­halle mel­det eine Votiv­ta­fel in bir­ma­ni­scher und eng­li­scher Spra­che die Stif­tung einer neu­en kost­ba­ren Hül­le für den h. Zahn und deren Über­brin­gung durch 1200 Pil­ger aus Bir­ma im J. 1899. Das zwei­stö­ckige Reli­qui­ar­tem­pel­chen, in der Mit­te des Hofs, ist ganz mit Schnit­ze­reien und grell­bun­ten Male­reien alle­go­ri­schen und legen­dä­ren Inhalts bedeckt. Ein­tritt durch die Mit­tel­tür; im Vor­raum r. die enge Trep­pe hin­auf zum Ober­stock. Aus dem Vor­der­raum führt hier eine ver­gol­dete, mit Elfen­bein­schnit­ze­reien aus­ge­legte Bron­ze­tür in den schma­len Mit­tel­raum, an den sich die heil. Kam­mer anschließt. Die­se darf nur ohne Schuh­werk betre­ten wer­den, doch hat man an der Tür einen Über­blick: auf dem sil­ber­nen Tische vorn brei­tet der Pries­ter die geop­fer­ten Blu­men aus; an der Decke oben eine gol­dene Lotos­blume; hin­ter einem ver­gol­de­ten Eisen­git­ter steht auf einem reich ver­zier­ten, aber auf­fal­lend schmut­zi­gen Sil­ber­ti­sche die Karan­duwa, das kost­bare Gehäu­se, das die Reli­quie ent­hält. Man opfert eini­ge Blu­men und eine Mün­ze (höchs­tens 1 R.) auf den Sil­ber­tel­ler des Pries­ters. Die Kar­au­duwa ist von ver­gol­de­tem Sil­ber und mit einem Edel­st­ein­ge­schmeide behan­gen, des­sen Mit­tel­stück ein mit Sma­rag­den, Rubi­nen, Saphi­ren bedeck­ter Pfau bil­det. In ihrem Innern wird, in sie­ben gol­dene, edel­st­ein­ge­schmückte Hül­len ein­ge­schach­telt, der sog. h. Zahn (Dala­da) bewahrt, ein bräun­li­ches Stück­chen Elfen­bein von fast 4 cm Län­ge und über 1 ein Dicke, das als Bud­dhas lin­ker obe­rer Augen­zahn gilt, aber in der Form dem Hau­er eines Ebers ähn­li­cher ist, als einem mensch­li­chen Zahn. Die Reli­quie stammt aus dem nord­westl. Indi­en (vgl. S. 89), ist seit dem J. 300 nach Chr. in Anu­râdha­pura nach­weis­bar (S. 60) und kam infol­ge der Tami­len­kriege nach Polon­na­ruwa (8. 65), Dam­ba­deniya, Yapa­ku ; 1315 ging sie kurz an die Süd­in­dier und 1560 an die Por­tu­gie­sen

p. 39

ver­lo­ren, die den Zahn in Goa öffent­lich durch den Erz­bi­schof ver­bren­nen lie­ßen, doch behaup­ten die Pries­ter den ech­ten Zahn geret­tet zu haben. Schon seit 1566 wird er an hohen Fes­ten wie­der gezeigt. Das Okto­gon (sin­ghal. Pat­ti­rip­puwa), zu dem in der SW.-Ecke des inne­ren Tem­pel­hofs die S. 88 gen. klei­ne Trep­pe führt, ent­hält im Ober­ge­schoß die ori­en­ta­li­sche Biblio­thek (Ori­en­tal Libra­ry), mit wert­vol­len bud­dhis­ti­schen Hand­schrif­ten auf Tali­pot­palm­blät­tern (S. 17), deren ältes­te auf 800 Jah­re geschätzt wird, z. T. in Metall-, z. T. in Lack­ein­bän­den. Auf Wunsch schreibt der pries­ter­li­che Biblio­the­kar eini­ge sin­gha­le­si­sche Schrift­zei­chen auf ein Palm­blatt (1 R. ; einen etwai­gen Bei­trag für die Biblio­thek steckt man in die Sam­mel­büchse). Von der Außen­ga­le­rie des Okto­gons hüb­scher Blick auf den See. Der alte Königs­pa­last (Old Palace; Pl. D E 4), am Palace Squa­re, stammt etwa von 1600 und ist jetzt Pri­vat­woh­nung des Govern­ment Agent. Davor ein alter Brun­nen mit geschnitz­ten Holz­säu­len. Zugäng­lich ist nur, aus dem Tem­pel­vor­hof (S. 37) oder von der Kache­ri Road her, die *Audi­enz­halle, die zu öffent­li­chen Gerichts­sit­zun­gen dient. Die vier­ecki­gen Holz­säu­len sind reich geschnitzt, beson­ders die der Nord­seite; an den Kapi­tä­len ist das Motiv hän­gen­der Bana­nen­blü­ten viel ver­wen­det. – Das moder­ne Gebäu­de öst­lich ist die Kache­ri, Sitz der Steu­er­ver­wal­tung. Dem Königs­pa­last gegen­über liegt auf der Nord­seite der Vic­to­ria-Espla­na­de, umschlos­sen von einer hüb­schen alten Mau­er, der Tem­pel­be­zirk zwei­er hin­du­is­ti­schen Gott­hei­ten. Dar­in (Pl. D 4) nördl. das Hei­lig­tum (Dewa­le) des Got­tes Nata, der als Schi­va gedeu­tet wird, südl. das der Keusch­heits­göt­tin Pat­tinî, die gegen die Pocken schützt. Außer­dem ent­hält der Gar­ten drei Dâga­bas mit bud­dhis­ti­schen Reli­quien und meh­rere Bo-Bäu­me (S. 19). Zur Zeit des Voll­monds wird er mit Lich­tern und Blu­men geschmückt und von Beten­den stark besucht. Den Haupt­ein­gang, auf der Nord­seite, bil­det ein neu­er­dings wie­der­her­ge­stell­tes Tor, das mit Bil­dern tem­pel­hü­ten­der Gott­hei­ten geschmückt ist. – Die­sem Tor nördl. gegen­über führt eine Trep­pe in meh­re­ren Absät­zen mit offe­nen Hal­len zu dem Mahâ-Visch­nu-Dewa­le, dem Tem­pel des Visch­nu, des­sen Bild zwi­schen 6 und 9 Uhr mor­gens gezeigt wird. Der Bo-Baun im Tem­pel­hof gilt als Able­ger des­je­ni­gen in Anu­râdha­pura (S. 58). – Die St. Pauls­kirche, neben dem Nata-Pat­ti­ni-Tem­pel­be­zirk, ist von 1853; die Teak­holz­schnit­ze­reien mit Eben­holz– und Elfen­bein­ein­la­gen an Kan­zel und Altar sind gute moder­ne sin­gha­le­si­sche Arbei­ten. Nördl. gegen­über der Pauls­kir­che der Ein­gang zum Park des Gou­ver­neurs (Pl. D 3), der vie­le schö­ne Bäu­me ent­hält, u. a. die Amherstia nobi­lis, mit roten, unsern Kas­ta­nien ähn­li­chen Blü­ten, und den Lich­ter­baum, mit wachs­ker­zen­ar­ti­gen Früch­ten, die vom Stamm her­ab­hän­gen. Die im reser­vier­ten Gelän­de gele­gene Resi­denz, the King’s Pavi­lion genannt, 1834 erbaut, kann in Abwe­sen­heit des Gou­ver­neurs gegen Kar­ten, die in den Gast­hö­fen oder in der Town Hall zu haben sind, besich­tigt wer­den.

p. 40

Erwähnt sei noch das bud­dhis­ti­sche Asgi­ri­ya-Klos­ter (Pl. C D 3), im NW. der Ein­ge­bo­re­nen­stadt: bei der Ecke von Hill und Brownrigg Street über die Eisen­bahn, dann 6–8 Min. in westl. Rich­tung. Der zuge­hö­rige Tem­pel ent­hält die größ­te Bud­dha­fi­gur Kan­dys und auch Figu­ren hin­du­is­ti­scher Göt­ter (wenn geschlos­sen, Trkg.). Nördl. und südl. Kaser­nen der eng­li­schen Gar­ni­son (Bar­racks, Pl. D 3). SPAZIERGÄNGE. — Man mei­de die hei­ßes­ten Tages­stun­den (oder las­se sich dann von einer Rik­scha beglei­ten, S. 85), wie auch die Dun­kel­heit, und blei­be auf den gebahn­ten Wegen, da man in Gras und Dickicht von Schlan­gen, Blut­egeln (vgl. S. 20) und anhaf­ten­dem Pflan­zen­sa­men beläs­tigt wird. Fahr­bare Wege wer­den als Dri­ve“, Fuß– und Rik­scha-Wege als Walk“ bezeich­net. Man hat nicht sel­ten Gele­gen­heit Affen zu beob­ach­ten. … *Lady Horton’s Walk & Dri­ve (Pl. E 3, 4) ist der berühm­teste der von ver­schie­de­nen Gou­ver­neu­ren ange­leg­ten und meist nach ihren Damen benann­ten Wege und eine der schöns­ten Berg­pro­me­na­den bei Kan­dy (1½ St.). Er beginnt im Park des Gou­ver­neurs (8. 39), wo er sich r. neben dem reser­vier­ten Gelän­de auf­wärts zieht, und ist mit Weg­wei­sern und Bän­ken ver­se­hen, mehr­fach führt er durch pracht­vol­len Urd­schun­gel, der aller­dings auch eini­ge künst­li­che Anpflan­zun­gen ent­hält. Von der Eas­tern Redoubt (Pl. E 4) schö­ner Blick auf den See, die Stadt und den Zahn­tem­pel.

p. 41

Wei­ter oben von zwei Bän­ken (Seat, Pl. E 3) Aus­sicht in das wei­te Dum­ba­ra-Tal mit der Maha­weli Ganga und auf die jen­sei­ti­gen Ber­ge, die mit der Höhe unse­rer Mit­tel­ge­birge die wil­den For­men des Hoch­ge­birgs und die Vege­ta­tion der Tro­pen ver­bin­den (der beherr­schende Dop­pel­pik ist der Huna­sa­gi­riya, 1521m). — Unter den Neben­we­gen lohnt am meis­ten der Gre­gory Path, (Pl. E 3), der zu zwei Aus­sichts­gip­feln führt (25 Min.). Statt über Lady Horton’s Walk kann man auch über Lady Carthy’s Dri­ve und Mala­bar Street zurück­keh­ren. Lewel­la-Fäh­re und Gang­arâ­ma-Tem­pel (hin und zurück 2 St.). Von der Badul­la Road, der nord­östl. Fort­set­zung der Mala­bar Street (vgl. Pl. E 4) bei einem Weg­wei­ser („Lewel­la Fer­ry 1 Mile“) l. ab: Lady Anderson’s Dri­ve, dann r. Lewel­la Road. Die Stra­ße ist sehr belebt. ½ St. Lewel­la-Fäh­re (Fer­ry, Pl. E 3), auf der man über die rau­schende Maha­weli Ganga zum l. Flu­ßu­fer über­setzt (5 cts.). Dann noch ½ St. auf­wärts bis zum Gang­arâ­ma-Tem­pel (Ganga­râma, Fluß­gott), einem der zahl­rei­chen Höh­len­tem­pel Cey­lons. Vorn sechs aus dem Fels aus­ge­hauene Göt­zen­bil­der. 18 mono­li­thi­sche Säu­len tra­gen die Außen­ve­randa. Das bunt­ge­malte dunk­le Inne­re ent­hält hin­ten eine 7m lan­ge Bud­dha­fi­gur, eben­falls aus dem Fels gehau­en. Dâga­ba und hei­li­ger Fei­gen­baum feh­len nicht. Das röm.-kath. Pries­ter­se­mi­nar, ein rie­si­ges rotes Gebäu­de mit Zin­nen, an der Stra­ße nach Ampi­tiya (vgl. Pl. E 4), ist von Gar­ten­an­la­gen umge­ben, die wun­der­volle Aus­sich­ten über das Tal der Maha­weli Ganga gewäh­ren. Zum Besuch des Ele­fan­ten­gar­tens (Pl. C D 1), 3km nördl. nimmt man eine Rik­scha (1 ½ R, to the Ele­phants“; hin und zurück 1 ½ St., ein­schl. Auf­ent­halt). Vom nördl. Ende der Trin­co­mali Street (S. 36; Pl. D 3) an der Eisen­bahn ent­lang, unter der­sel­ben hin­durch und auf der West­seite der Bahn wei­ter bis zu der Brü­cke über die Maha­weli Ganga, wo eine Poli­zei­sta­tion ist. R. davon der Ele­fan­ten­gar­ten. Jun­gen zei­gen den Weg. Die drei bis vier Tie­re gehö­ren einem sin­gha­le­si­schen Pri­vat­mann, der sie als Beweis sei­nes Wohl­stan­des hält und bei Tem­pel­fes­ten zur Ver­fü­gung stellt. Zwi­schen 2 und 3 Uhr nachm. trifft man sie beim Baden. Die Wär­ter las­sen sie klei­ne Kunst­stü­cke aus­füh­ren und stel­len sie güns­tig zu pho­to­gra­phi­schen Auf­nah­men (Trkg. 1 R.). Den Aus­flug nach den Pera­deniya Gar­dens (4 M., 6½ km süd­westl.) macht man zu Wagen oder in einer Rik­scha (c. ½ St.) oder von der S. 35 gen. Eisen­bahn­hal­te­stelle aus zu Fuß. Früh­zei­ti­ger Auf­bruch rat­sam. Auf den Haupt­we­gen des Gar­tens sind Wagen zuge­las­sen. Die Rund­fahrt dau­ert c. 1 Stun­de, die höchst genuß­rei­che Rund­wan­de­rung zu Fuß 3–4 St. Dem Ein­gang gegen­über p. 42 win­det sich ein Regie­rungs­rast­haus (Ein­tr. 50 cts.), wo man sich für die Rück­kehr Früh­stück bestel­len mag. Der **Bota­ni­sche Gar­ten von Pera­déniya (Pera, der Gua­ven­baum; deni­ya, die Flä­che), die schöns­te der zahl­rei­chen Anla­gen die­ser Art in Süd– und Ost­asien, an wis­sen­schaft­li­cher Bedeu­tung mit Bui­tenz­org auf Java (S. 318) wett­ei­fernd, umfaßt ein Gebiet von 150 Acres (60 ha) und ist auf drei Sei­ten von der Maha­weli Ganga umflos­sen. In 479m Mee­res­höhe an dem feuch­ten West­ab­hang des Gebir­ges gele­gen, ent­fal­tet er die Tro­pen­flora in groß­ar­tigs­ter Fül­le. Beson­ders reich ist er an Lia­nen, Pal­men, Bam­bus, Pan­da­nus, Orchi­deen, Far­nen und rie­si­gen Laub­bäu­men. Der Gar­ten wur­de 1821 zur Beob­ach­tung der ein­hei­mi­schen Pflan­zenwelt gegrün­det, spä­ter auch zu Akkli­ma­ti­sa­ti­ons­ver­su­chen mit Nutz­ge­wäch­sen aus andern Tro­pen­län­dern ein­ge­rich­tet. Der Gelehr­ten­stab zählt sie­ben Per­so­nen, die an einer umfas­sen­den Flo­ra von Cey­lon“ arbei­ten (die Abtei­lung der Pha­ne­ro­ga­men durch Sir Joseph Hoo­ker 1900 voll­en­det; die der Far­ne, Moo­se, Schwäm­me in Vor­be­rei­tung), Direk­tor F. Macmil­lan. Für aus­wär­tige Gelehr­te ist ein beson­de­res ganz modern aus­ge­stat­te­tes Labo­ra­to­rium vor­han­den. Die Zahl der Besu­cher beläuft sich auf c. 3000 jähr­lich. Der Ein­tritt ist frei. Man schreibt sei­nen Namen in das Frem­den­buch, das in dem Pavil­lon (Lodge), r. hin­ter dem Ein­gang, aus­liegt. Vor dem Ein­gang steht l. eine Grup­pe von Assam-Gum­mi­bäu­men (Ficus elas­tica), mit selt­sa­men Wur­zeln, auf dem drei­ecki­gen Gras­platz ein Hon­du­ras-Maha­go­ni­baum (Swie­te­nia maha­goni). Im Gar­ten gelangt man, jen­seit der Lodge, an eine Grup­pe von Pal­men (Pl. 1), die 50–60 Spe­zies umfaßt, u. a. Are­ka-, Dat­tel-, Elfen­bein­nuß-, Sago– und Ölpal­men. Bei der Umwan­de­rung der läng­lich run­den Grup­pe bemerkt man 1. nahe der Lake Road (S. 44) einen Busch Napo­leona impe­ria­lis (Pl. 2), mit kai­ser­kron­ar­ti­ger Blü­te, dane­ben eine Amherstia nobi­lis, wei­ter einen Zibe­th­baum (Durio xibe­thinus; Pl. 8), den Erzeu­ger der übel­rie­chen­den, aber schmack­haf­ten Duri­an-Frucht. Man über­schrei­tet den Main Cen­tral Dri­ve (5.43) und folgt dem Lia­na Dri­ve, den üppi­ge Guir­lan­den von Lia­nen ein­fas­sen, meist von der Klet­ter­pal­men­art Cala­mus, die das Mate­rial zu Rohr­stüh­len lie­fert. An dem von einem Spring­brun­nen beleb­ten Rund­teich (Tank; Pl. 4), der ägyp­ti­sche Papy­rus, Lotos­blu­men und ande­re Was­ser­pflan­zen ent­hält, las­se man den Wagen war­ten. Zu Fuß besu­che man südl. die Gewürz­ab­tei­lung (Spi­ces, Pl. 5); dar­in u. a. Mus­kat­nuß­bäume (Myris­ti­ca fra­grans, engl. nut­meg); beim Rück­weg 1. die insek­ten­fres­sen­den Pflan­zen (Nepen­thes) und an den Bäu­men das groß­blätt­rige mexi­ka­ni­sche Schling­ge­wächs Mons­tera deli­ciosa. Nördl. von dem Rund­teich ein reiz­vol­ler Blu­men­gar­ten (Flower Gar­den, mit dem Oct­a­gon Con­ser­vatory, für schat­ten­lie­bende Pflan­zen; unter den Pal­men in der Nähe die gra­ziöse Chry­sal­ido­car­pus lute­scens, aus Mau­ri­tius. Beson­de­res

p. 43

Inter­esse bie­tet, nördl. vom Rund­teich, wo sich der Fahr­weg im Bogen fort­setzt, noch das Orchi­de­en­haus. An der Maha­weli Ganga öff­net sich ein hüb­scher Blick östl. auf den Han­tan­ne­hü­gel. Der Fahr­weg führt nahe dem Ufer nord­wärts. Links die Nur­se­ries (Pl. 6), zur Kul­tur von Nutz– und Zier­pflan­zen, dann die Pal­myra Ave­nue, deren Pal­me­n­al­lee c. 30 Jah­re alt ist. Wei­ter in der Oreo­doxa Ave­nue, einer Allee 60jähriger cuba­ni­scher Königs­pal­men, die jetzt durch Kohl­pal­men (Oreo­doxa ole­ra­cea) ersetzt wer­den. L. die Expe­ri­men­tal Plots, wo Kakao-, Kaf­fee-, Kar­da­mo­men-, Bana­nen-, Maul­beer-, Vanil­le-, Koka­in­pflan­zen, Zucker­rohr usw. gezüch­tet wer­den. Die Fort­set­zung der Allee bil­den rie­sige Bam­bus­bü­sche. In den Baum­wip­feln am Flus­se sieht man Scha­ren von gro­ßen Fle­der­mäu­sen, sog. flie­gende Füch­se (Ple­r­opus medi­us), die bei Tage schlum­mernd mit den Füßen an den Zwei­gen hän­gen. Der Fahr­weg umzieht das Arbo­re­tum, die gro­ße Baum­pflan­zung, die sich über den gan­zen nörd­li­chen Teil der Halb­in­sel erstreckt. (Kurz vor der nord­westl. Schlei­fe der Maha­weli Ganga fährt eine Fäh­re zum jen­sei­ti­gen Ufer nach der Expe­ri­men­tal Sta­tion, wo Ver­su­che mit Nutz­pflan­zen für die cey­lo­ni­schen Plan­ta­gen gemacht wer­den.) Der Fahr­weg, süd­wärts längs dem Flu­ßu­fer, bie­tet treff­li­che Aus­sich­ten, so die Bridge View“ in der Rich­tung der S. 35 gen. Eisen­bahn­brü­cke. Wir wen­den uns l. durch die West Road zum Mit­tel­punkt des Gar­tens, dem Gre­at Cir­cle, einem von herr­li­chen Tro­pen­bäu­men umge­be­nen gro­ßen Rasen­platz, den der Main Cen­tral Dri­ve und sei­ne nördl. Fort­set­zung, die 1898 gepflanz­te Roy­al Palm Ave­nue, durch­schnei­den. Unter den Bäu­men fällt beson­ders die süd­afri­ka­ni­sche Spa­tho­dea cam­pa­nu­lata mit schar­lach­ro­ten Blü­ten ins Auge. Eini­ge Bäu­me sind von fürst­li­chen Besu­chern gepflanzt, so eine Flam­boyante (Poin­ciana regia) 1899 von der Prin­zes­sin Hein­rich v. Preu­ßen, ein Bo-Baum 1875 von dem spä­te­ren König Edu­ard VII. von Eng­land, wei­ter­hin eine Amherstia nobi­lis 1898 vom Prin­zen Hein­rich v. Preu­ßen. Im O. des Zir­kels erblickt man das im Kan­dy­stil erbau­te Thwai­tes‘ Memo­rial (Pl. 7), zur Erin­ne­rung an den Gar­ten­di­rek­tor die­ses Namens (1840–80). Vom Main Cen­tral Dri­ve, im S. des Zir­kels, führt nord­östl. der Bat Dri­ve nach dem 1861 gegrün­de­ten Farn­gar­ten (Fer­nery) und dem Rosen­gar­ten, westl. die Muse­um Road zum Muse­um of Eco­no­mic Bota­ny (bemer­kens­wert die Samm­lung cey­lo­ni­scher Nutz­höl­zer), dem westl. anschlie­ßen­den Ento­mo­lo­gi­schen Muse­um (Insek­ten: Sei­den­spin­ner, Zim­mer­manns­bie­nen, Mimicry­tiere usw.), dem Her­ba­rium, der Biblio­thek und dem wis­sen­schaft­li­chen Labo­ra­to­rium. Unweit des letz­te­ren ein 1901 vom jet­zi­gen König Georg gepflanz­ter Kano­nen­ku­gel­baum (Cou­rou­pita guia­nen­sis), der 6–12cm dicke apri­ko­sen­ar­tige Früch­te trägt. …

p.44

4. Von Kandy nach Nuwara Eliya. Adam­spik.

65 M. Eisen­bahn in 6 St. für 7 R. 16, 4 R. 82 cts. Rück­fahr­kar­ten zum 1½fachen Prei­se mit 17tägiger Gül­tig­keit. — Sta­tion für den Adam­spik ist Hat­ton, s. S. 45. Nuwa­ra Eli­ya liegt an einer Zweig­bahn, für die Nanuoya der Kno­ten­punkt ist, s. S. 45; bei man­geln­dem Anschluß bestel­le man tele­gra­phisch durch Cook oder die Coach Office in Nuwa­ra Eli­ya Wagen nach Nanuoya (Tarif s. S.46). Für die Rück­fahrt aus dem Hoch­land emp­fiehlt sich die Auto­mo­bil­fahrt über Hapu­ta­le-Rat­na­pura (zwei Tage), vgl. S. 21. Von Kan­dy bis Pera­deniya Junc­tion 4 M., s. S. 35. Die Haupt­bahn von Colom­bo (Main Line), die man hier wie­der erreicht, steigt im Tal der Maha­weli Ganga lang­sam auf­wärts. Bei der drit­ten Sta­tion, (21 M.) Nawala­pi­tiya (583m), hören die Reis­fel­der auf, bald dann auch die Pal­men. Der Tee­bau, der in den letz­ten Jahr­zehn­ten am West– und Süd­ab­hang des Gebir­ges einen außer­or­dent­li­chen Auf­schwung genom­men hat, hat den Urwald zu bei­den Sei­ten der Bahn fast ver­drängt. Die Bahn setzt auf einer Bogen­brü­cke von 50m Span­nung über den Fluß zu einem Sei­ten­tal. Star­ke Stei­gung. Zwei Tun­nel, zwi­schen denen man 1. einen schö­nen Was­ser­fall erblickt. 28 M. Gal­boda (787m), Mit­tel­punkt des Gal­bo­da-Tee­di­strikts. Die Bahn kehrt zum Maha­we­li-Tal, zurück. R. öff­nen sich Aus­sich­ten auf die Gegend bei Nawala­pi­tiya, dann auf das unte­re Kela­ni­tal, bei kla­rem Wet­ter bis zum Mee­re. — 34 M. Wata­wala (987m). Das obe­re Maha­we­l­i­tal ist eins der regen­reichs­ten Gebie­te der Insel. (vgl. S. 16). Der Bahn­bau erfor­dert, infol­ge von Berg-

p. 45

­rut­schen, die nach den star­ken Güs­sen bei SW.-Mon­sun nicht sel­ten sind, vie­le Wie­der­her­stel­lungs­ar­bei­ten. 42 M. Hat­ton (1262m; am Bahn­hof Erfri­schun­gen ; Hotel Adam’s Peak, 3 Min. vom Bahn­hof auf einer Anhö­he, 32 Z. von 2½ R. an, Zim­mer­hei­zung 50 cts., recht gut), mit 1450 Einw., Bahn­sta­tion für die Tee­di­strikte von Dikoya und Mas­ke­liya, vor Eröff­nung der Eisen­bahn nach Nuwa­ra Eli­ya und vor der Ent­wal­dung auch als Erho­lungs­ort beliebt. Stra­ße nach Laxa­pana und Bestei­gung des Adam­spiks s. S. 51. Die Bahn wen­det sich nach O. und senkt sich durch den 559m lan­gen Pool­bank-Tun­nel in das Tal der Kot­male Oya, des Haupt­quell­flus­ses der Maha­weli Ganga. R. das Hoch­ge­birge, dann l. unten in mehr als 100m Tie­fe die schäu­mende Kot­male. Beson­ders fes­selnd sind jen­seit (45 M.) Kotaga­la (1230m) die Aus­sich­ten auf das Fluß­tal und den Tee­di­strikt von Dim­bulla, auf den brei­ten Braut­schlei­er­was­ser­fall (St. Clair’s Falls) und die dahin­ter bis zu 2210m auf­stei­gende Gro­ße West­kette“, am Ran­de des Hoch­tals von Nuwa­ra Eli­ya. Jen­seit eines Tun­nels und der Hal­te­stelle (49 M) Tála­wakéle (1198m) über den Kot­m­ale­fluß. Im SW. erscheint der Adam­spik. Die Bahn steigt in star­ken Kur­ven. Jen­seit des Holy­road-Tun­nels die sog. Soda­was­ser­fla­schen-Kur­ve“, eine 1km lan­ge Kehr­schleife, deren obe­res Ende in nur 60m direk­ter Ent­fer­nung 27m über dem Tun­nel­aus­gang liegt. — 54 M. Wata­goda (1342m). Rechts herr­li­che *Bli­cke auf den Dim­bulla­di­strikt, den mehr­fach sicht­ba­ren Kot­m­ale­fluß und die Gebirgs­kette, aus der der Adam­spik in sei­ner gan­zen Grö­ße auf­steigt. Die Bahn ist kühn an der Fels­wand ent­lang geführt. Nach einer letz­ten gro­ßen Schlei­fe erreicht der Zug 62 M. Nanuoya (1613m; im Bahn­hof ein Refresh­ment Room, zur Not auch Unter­kunft), male­risch an der bewal­de­ten Tal­schlucht gele­gen, die sich zum Hoch­tal von Nuwa­ra Eli­ya hin­auf­zieht. Rei­sende in letz­te­rer Rich­tung ver­las­sen die Haupt­li­nie (S. 5051) und bestei­gen den Zug der schmal­spu­ri­gen Klein­bahn Nanuoya-Ragal­la (Uda­pus­se­lawa Line), auf der man Nuwa­ra Eli­ya in 50 Min. erreicht: Maxi­mal­stei­gung 1:25,87 (Gott­hard­bahn 1:38½); schärfs­te Kur­ven 25m Radi­us. Die Bahn führt anfangs neben dem alten Fahr­weg und dem zwi­schen Fel­sen schäu­men­den Flüß­chen auf­wärts (präch­tige Baum­farne), zuletzt oben in gro­ßem Bogen über die­ses und am Gre­go­ry­see vor­bei zum Bahn­hof von (6½ M.) Nuwa­ra Eli­ya (1890m). Es fol­gen noch drei Sta­tio­nen: 12 M. Kan­da­polla, wo die Klein­bahn in 1970m Mee­res­höhe ihren höchs­ten Punkt erreicht; 16 M. Brooks­ide in nur 1519m Höhe; 19 M. Ragal­la, die End­sta­tion, in 1819m Höhe. p. 46 NUWARA ELIYA GASTHÖFE (wäh­rend der Sai­son“, die von Ende Dezem­ber bis Mai dau­ert, namentl. aber um Weih­nach­ten und im Febru­ar meist ganz besetzt; Vor­aus­be­stel­lung not­wen­dig): *Grand Hotel (Pl. a), in guter Lage nahe dem Scan­dal Cor­ner (S. 47), Z. von 3, mit zwei B. von 5 R. an, F. 2¼, L 2, D. 3, P. 8–9 R., Küche vor­treff­lich, Bedie­nung gut; *New Kee­na Hotel (Pl. b), eben­falls bequem gele­gen, nahe dem United Club, gut geführt. Klei­ner: *St. And­rew‘ s Hotel (deut­scher Besit­zer, A. Hum­bert), unweit der Golf Links, Z. 3, mit zwei Bet­ten 5 R., F. 75 cts., L 2½, D. 3½, bei mehr als drei­tä­gi­gem Auf­ent­halt P. von 8 R. an. — Sehr gelobt wird die Pen­sion Carl­ton House, mit 8 Zim­mern, P. 5–6 R. der Tag, 150 R. der Monat. — Die Zim­mer­hei­zung wird beson­ders berech­net. — Vor­treff­li­ches Trink­was­ser. FUHRWERK. — Rik­schas, mit einem und mit zwei Kulis (in der hüge­li­gen Umge­bung stets zwei erfor­der­lich): ers­te Stun­de 50 cts. und 75 cts., jede fol­gende Stun­de 25 cts. und 37½ cts.; mit zwei Kulis: nach Nanuoya 1 R. 75 (hin­ab auch mit einem, 1 R. 25), nach dem Ram­bod­da-Paß 1.50, um die Moon Plains oder um den See 2 R. — Wagen. Ein­spän­ner: ers­te Stun­de 1.50, zwei­te St. 1 R., jede folg. St. 75 cts., hal­ber Tag 6½–12 Uhr vorm. oder 12–7 Uhr nachm. 3.50, gan­zer Tag 6½ vorm.-7 Uhr nachm. 6.50. Zwei­spän­ner: ers­te Stun­de 2 R., zwei­te St. 1.50, jede folg. St. 1 R., hal­ber Tag 6, gan­zer Tag 10 R., außer­halb des Orts­be­zirks die Mei­le 1 R..; nach Nanuoya 1–3 Pers. 5 R., 4–5 Pers. 8 R., jede Pers. mehr 2 R.; nach dem Ram­bod­da-Paß und zurück 3.50, 1.50; um die Moon Plains, um den See oder nach Maha­gastota u. zurück eben­falls 3.50, 1.50; nach dem Bota­ni­schen Gar­ten von Hak­galla 3 Pers. 6 R.; stets ein­schl. einer, für Hak­galla zwei St. Auf­ent­halt, län­ge­rer Auf­ent­halt 1 R. die Stun­de. — Motor Cars, für wei­te Fahr­ten vor­zu­zie­hen (vgl. S. 24). POST & TELEGRAPH S. S. 47. — BANK Natio­nal Bank of India, ein rotes Gebäu­de in der Nähe der Post und der Brü­cke. — ÄRZTE Dr. A. P. Day ; Dr. G. Van Twest, Arzt des gut ein­ge­rich­te­ten Regie­rungs­hos­pi­tals.— APOTHEKEN; Cargill’s Phar­macy, nörd­lich von der Natio­nal Bank; St. Lou­is Phar­macy. — KAUFLÄDEN: Car­gills Ltd., nahe der Bank und der Post , für Aus­rüs­tungs– und Sport­ar­ti­kel; Nuwa­ra Eli­ya Apo­the­ca­ries Co.PHOTOGRAPHIEN und pho­to­gra­phi­scher Bedarf; Pla­té & Co. (S. 26), nahe dem New Kee­na Hotel. REISEBUREAU: Thos. Cook & Son, besorgt Wagen und Motor Cars. KLUBS (bei län­ge­rem Auf­ent­halt Ein­füh­rung ange­nehm, etwa durch den Kon­sul oder den Ban­kier): Hill Club, in schö­ner Lage nahe dem Grand Hotel, Tages­bei­trag 1 R.; United Club, am Renn­platz, mit Biblio­thek, Cri­cket-, Cro­quet-, Golf– und Ten­nis­plät­zen Wochen­bei­trag 10, Monats­bei­trag 11 R.; Nuwa­ra Eli­ya Golf Club, Wochen­bei­trag 5 R., Spiel­geld (Green fee) 5 R.; Cey­lon Fis­hing Club (Bedin­gun­gen beim Hono­rary Secreta­ry in der Kache­ri zu erfra­gen), Foot­ball & Hockey Club usw. BEI BESCHRÄNKTER ZEIT (1½–2 Tage): Spa­zier­gänge nach dem Sin­gle Tree Hill und nach dem Ram­bod­da-Paß (letz­te­rer auch zu Wagen); Fahrt nach dem Bota­ni­schen Gar­ten von Hak­galla ; Bestei­gung des Pidu­ru­ta­lagalla. — Tages­aus­flug nach World’s End (S. 50): früh zu Fuß oder mit Rik­scha nach Nanuoya, Eisen­bahn bis Pat­ti­pola, dann Fuß­wan­de­rung hin und zurück 8 St. Nuwa­ra Eli­ya („offe­ner, gelich­te­ter Ort“), in eng­li­scher Über­set­zung Nurel­lia, einer der belieb­tes­ten Erho­lungs­orte Süd­asi­ens, liegt in c. 1890m Mee­res­höhe in einem 1–2½ km brei­ten, von NW. nach SO. sanft geneig­ten Hoch­tal, umge­ben von den weich­ge­form­ten Gneis­gip­feln der höchs­ten Berg­grup­pen Cey­lons, die aber außer dem Pidu­ru­ta­lagalla nur weni­ge hun­dert Meter dar­über auf­ra­gen.

p. 47

Der fla­che, z. T. moo­rige Tal­bo­den war einst ein Tum­mel­platz voll Ele­fan­ten und ande­rem Hoch­wild. Der ers­te Euro­päer, Dr. Davy, kam 1819 hier­her. Zehn Jah­re spä­ter bestimm­te der Gou­ver­neur E. Bar­nes (S. 28) die Stät­te zur Gesund­heits­sta­tion für eng­li­sche Sol­da­ten. Die mitt­lere Jah­res­tem­pe­ra­tur beträgt 14,4° C., die Regen­menge 2444mm. Die tro­ckens­ten Mona­te sind Janu­ar, Febru­ar, wäh­rend deren das Ther­mo­me­ter sich oft dem Gefrier­punkt nähert, März und April. Häu­fi­ger Nebel und Bewöl­kung machen die Luft im Win­ter gegen Abend emp­find­lich frisch (Kamin­feuer oft uner­läß­lich). Doch trifft der Ver­gleich mit dem euro­päi­schen Früh­lings­klima nicht ganz zu. Die Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen sind stär­ker als bei uns, der Tro­pen­helm in den mitt­le­ren Tages­stun­den unent­behr­lich. Wie bei allen tro­pi­schen Höhen­sta­tio­nen bil­det die anre­gende fri­sche Luft, die den ange­ses­se­nen Euro­pä­ern die Erin­ne­rung an die Hei­mat weckt, den Haupt­reiz von Nuwa­ra Eli­ya; der Durch­rei­sende, der Euro­pa eben ver­las­sen hat, wird das Ent­zü­cken weni­ger stark emp­fin­den. Am stärks­ten ist der Besuch im Win­ter und Früh­ling. Wäh­rend der übri­gen Zeit blei­ben kaum hun­dert Euro­päer und eini­ge tau­send Ein­ge­bo­rene oben. Die Wohn­häu­ser der Euro­päer, sog. Cot­ta­ges oder Bun­ga­lows, lie­gen größ­ten­teils in Gär­ten ver­steckt rings­um am Fuß der Berg­hänge. Nur in der Mit­te des Tals bil­den die Natio­nal Bank, die Poli­zei­sta­tion, dann südl. vom Markt die Post (Pl. P. O.) und ande­re Häu­ser eine eini­ger­ma­ßen geschlos­sene Ort­schaft. Süd­östl. in der Nähe des Bahn­hofs die Tri­nity Church. Nord­westl., an der Stra­ße nach dem Ram­bod­dapaß (S.48), r. die grü­nen Golf-Links, die im gan­zen Osten berühmt sind, l. die Resi­denz des Gou­ver­neurs, Queen’s Cot­tage, hin­ter Bäu­men und Gebüsch ver­bor­gen. Als Mit­tel­punkt des Ver­kehrs gilt die Wege­kreu­zung Scan­dal Cor­ner. Südl. davon, am r. Ufer der Nanu Oya, die Renn­bahn (Race Cour­se), mit Golf-, Polo– und andern Spiel­plät­zen und dem Gebäu­de des United Club. Der Gre­go­ry-See ist durch Auf­stau­ung des Tal­bachs her­ge­stellt (Höhe des Dam­mes 15m) und nach dem Gou­ver­neur d. N. benannt. Nördl. von der wel­li­gen Höhe der Moon Plains liegt ein zwei­ter künst­li­cher See, das Bar­rack Plains Reser­voir (Höhe des Stau­damms 30m). Die Berg­hänge sind zum größ­ten Tei­le noch mit Urwald bedeckt, da Rodun­gen für die Tee­kul­tur, die bereits bis hier­her vor­ge­drun­gen ist, jetzt nicht mehr zuge­las­sen wer­den (vgl. S. 16). Der Wald hat infol­ge der Höhen­lage und der Feuch­tig­keit ein beson­de­res Geprä­ge. Die Blät­ter sind dun­kel gefärbt, meist leder­ar­tig zähe und glän­zend, die Stäm­me knor­rig, die Rin­den mit Flech­ten und Moo­sen bezo­gen. Am häu­figs­ten sind die Kalo­phyl­len (S. 19), deren fri­sche Blät­ter in ihrer roten Tönung an Blü­ten erin­nern, und Rho­do­dend­ren, die baum­ar­tig 3–4m hoch wer­den. Ange­pflanzt sieht man viel Euka­lyp­ten und Aka­zien, sowie Watt­le­bäu­me.

p. 48

SPAZIERGÄNGE UND AUSFLÜGE. Zum Sin­gle Tree Hill, nur zu Fuß, 1½–2 St. hin und zurück (nachm. nicht zu spät auf­bre­chen, da der Rück­weg bei der rasch ein­tre­ten­den Dun­kel­heit schwie­rig wird). Man folgt etwa 300m südl. vom Scan­dal Cor­ner, bei dem Wege nach St. Agatha’s School, r. dem Weg­wei­ser One Tree Hill“ (spä­ter ein zwei­ter: to Sin­gle Tree“) und gelangt an eine Tee­pflan­zung (r. am Ber­ge ein hoher Was­ser­fall). In der Pflan­zung auf Zick­zack­pfa­den auf­wärts bis zu der Ein­sat­te­lung des Berg­kam­mes, der das Tal von Nuwa­ra Eli­ya im S. begrenzt. Hier l. den ter­ras­sier­ten, mit Tee bepflanz­ten Rücken hin­auf bis zu eini­gen ein­zel­nen Bäu­men, wo die *Aus­sicht nach bei­den Sei­ten frei ist: n.n.ö. der wald­lose Gip­fel des Piduruta­lagalla mit einer Kreuz­stange oben; nördl. zu Füßen das Tal von Nuwa­ra Eli­ya, l. die Haupt­häu­ser­gruppe, dazwi­schen die grü­ne Flä­che der Golf-Links, r. der Sport­platz und der Gre­go­ry-See, dahin­ter die Moon Plains; s.ö. der dop­pel­gipf­lige Hal­gal­la­pik (S. 49), in der Fer­ne das Berg­land von Uwa (5. 51), ganz r. vorn Stra­ße und Eisen­bahn nach Nanuoya; s. und w. über­blickt man die Pflan­zungs­di­strikte Pan­da­loya, Dim­bulla und Dikoya bis zu der male­ri­schen Berg­kette, aus der in c. 35km Ent­fer­nung die spit­ze Pyra­mide des Adam­spiks auf­ragt (S.51). — Die Aus­sicht bei dem tri­go­no­me­tri­schen Signal auf der eigent­li­chen Spit­ze, wohin s.ö. ein guter Fuß­weg. in 10 Min. hin­auf­führt, ist etwas ver­wach­sen. Ein ande­rer Spa­zier­gang auf der südl. Tal­seite führt nach dem Lady’s Water­fall, einer Strom­schnelle der Nanu Oya unter­halb des Gre­go­ry-Sees : jen­seit des Sport­plat­zes r. ab zur Black­pool­brü­cke, von da am l. oder hüb­scher am r. Ufer abwärts, 1½–2 St. hin und zurück. Zum *Ram­bod­da-Paß, am NW.-Ende des Hoch­tals: etwa 5km, zu Fuß 1 St., Wagen s. S. 46. Beque­me Land­straße am r. Ufer der Nanu Oya bei den (r.) Golf-Links und dem (l.) Queen’s Cot­tage vor­über, lang­sam auf­wärts. Etwa halb­wegs l. ein klei­ner Bud­dha­tem­pel mit Dâga­ba. Dann zwi­schen Tee­pflan­zun­gen hin, über ihnen schö­ner Kalo­phyl­len­wald. Die Aus­sicht auf der Paß­höhe (c. 2000m), nach W. in das Kot­ma­le-Tal, auf die Pflan­zungs­di­strikte Pan­da­loya, Dim­bulla und Dikoya und auf den Adam­spik, nach O. auf das Tal von Nuwa­ra Eli­ya, mit dem male­ri­schen Hak­gal­la­pik (S. 49) im Hin­ter­grund, ist berühmt und beson­ders reiz­voll bei Son­nen­un­ter­gang. Die gute Stra­ße gestat­tet die Rück­kehr auch nach Ein­tritt der Dun­kel­heit. Der Pidu­ru­ta­lagalla (engl. kurz Pedro; 2538m), der höchs­te Berg Cey­lons, ist auf meist beque­mem, mehr­fach aber auch arg ris­si­gem Wege in 1½–2 St. zu erstei­gen. Der Name bedeu­tet Mat­ten­ge­we­be-Berg“, nach den am Fuß wach­sen­den Bin­sen, die zu Flech­te­reien ver­wen­det wer­den. Da die Nebel, die früh im Tale lie­gen, tags den Gip­fel umhül­len, so bre­che man schon nachts auf, mit Füh­rer und Later­ne, die im Hotel besorgt wer­den. Bei

p. 49

Tage braucht man kei­nen Füh­rer. Der Weg zweigt jen­seit der Natio­nal Bank und einer klei­nen Brü­cke r. ab in die Cross Street, an deren Ende ein Weg­wei­ser to Pedro“ zeigt. Auf­wärts durch Wald, der etwa halb­wegs aus­ge­spro­che­nen Höhen­cha­rak­ter annimmt. Die Bäu­me wer­den nied­ri­ger, Schling­ge­wächse, Moo­se und Flech­ten meh­ren sich. Die Kup­pe ist baum­los, der höchs­te Punkt durch ein run­des Stein­si­gnal mit Flag­gen­stange in Kreuz­form bezeich­net. Die *Aus­sicht ist groß­ar­tig, auch das Spiel der Wol­ken im Tale höchst anzie­hend. Im W. wie im O. ist das Meer sicht­bar. Im O. beherrscht der Namu­n­a­pik (S. 51) die Land­schaft, im SW. der Adam­spik (5. 51). Der Aus­flug nach Hak­galla (6½ M. süd­östl.) erfor­dert zu Wagen (S. 46) hin und zurück 2½–3 St. Die Stra­ße führt am S.-Ufer des Gre­go­ry-Sees ent­lang, über­schrei­tet den Aus­fluß der Nanu-Oya, steigt bis zur Was­ser­scheide und senkt sich lang­sam durch eine mit Rho­do­dend­ren und Far­nen bewach­sene Schlucht zu einer Tal­wei­tung, in der l. ein klei­nes Hei­lig­tum der z.T. tami­li­schen Bevöl­ke­rung des Hoch­lan­des ins Auge fällt (c. 5km von Nuwa­ra Eli­ya). Jen­seit einer zwei­ten baumer­füll­ten Schlucht öff­net sich ein über­ra­schen­der *Aus­blick auf den c. 40km brei­ten Tal­kes­sel zwi­schen der Pidu­ru­ta­lag­al­la-Grup­pe und den Höhen von Badul­la (S. 51), das Sam­mel­be­cken eini­ger öst­li­chen Neben­flüsse der Maha­weli Ganga; neben der Stra­ße jäh auf­stei­gend der Dop­pel­gip­fel des Hak­gal­la­piks (2100m), wei­ter­hin r. der lan­ge Höhen­zug von Hapu­tale (S. 50), gera­de­aus im O. der Namu­n­a­pik (5. 51) und die wei­ten Gras­flä­chen der Patenas (S. 16), die die Berg­for­ma­tion reli­e­far­tig her­vor­tre­ten las­sen; tief unten Reis­ter­ras­sen; im SO. die wei­ße Dächer­gruppe des ehem. Buren­la­gers (S. 51). — Eine Allee von Casua­ri­nen (mit blatt­lo­sen Zwei­gen) führt zum Ein­gang des Gar­tens. Der Bota­ni­sche Gar­ten von Hak­galla (Hak­gala Expe­ri­men­tal Gar­dens; 1650m. ü. M.), der zweit­größte der Insel, umfaßt 226 ha, von denen erst 17 kul­ti­viert ist. An der Gren­ze zwi­schen Tie­­fen- und Berg­klima gele­gen, dient er zu Akkli­ma­ti­sa­ti­ons­ver­su­chen mit aus­län­di­schen, auch euro­päi­schen Nutz­pflan­zen. Die Ver­wen­dung des natür­li­chen Gelän­des und des vor­han­de­nen Urwalds gibt ihm land­schaft­lich einen hohen Reiz. Am Direk­ti­ons­ge­bäude, vor dem der Wagen hält, fin­det man ein­hei­mi­sche Auf­se­her, die als Füh­rer die­nen (Trkg. 1 R.). Nicht zu ver­säu­men der hüb­sche Wald­gar­ten mit sei­nen laby­rin­thisch ver­schlun­ge­nen Pfa­den, die Umge­bung des Tei­ches und der Pick­nick-Platz“, der den schöns­ten Rund­blick gewährt. Gelehr­te kön­nen in den Gebäu­den der Ver­wal­tung woh­nen (1 R. der Tag). Die Stra­ße führt wei­ter nach Badul­la (37 M., von Nuwa­ra Eli­ya; zu Wagen 7–9.St., c. 40 R.): 13 M. von Nuwa­ra Eli­ya das gute Rast­haus Wilson’s Bun­ga­low und das Dorf Weli­mada; berg­ab, in der Tal­sohle auf einer Git­ter­brücke über die Uma Oya und wie­der berg­an, 26 M.

p. 50

Elam­pi­tiya (1055m, Rast­haus, Mit­tags­mahl vor­aus­zu­be­stel­len); auf der Höhe (1200m) eine bud­dhis­ti­sche Dâga­ba und ein ver­las­se­nes sin­gha­le­si­sches Fort aus der vor­eng­li­schen Zeit; dann abwärts nach Badul­la (S. 51). Von (Nuwa­ra Eli­ya) Nanuoya nach Badul­la. – Eisen­bahn bis Ban­de­ra­wela, 32 M., in 3¼ St., für 3 R. 96, 2 R. 61 cts.: von da bis Badul­la, 18 M., Land­straße, Post in 3 St. Nanuoya s. S. 45. — Die Bahn steigt in üppig grü­nem Fel­sen­tal über (9 M.) Amba­wela (1848m) bis (11 M.) Pat­ti­pola (1903m; Rast­haus), Aus­gangs­punkt für den Aus­flug nach World’s End. Vom Sta­tion Mas­ter erbit­te man sich einen Kuli als Trä­ger und Füh­rer. Der Weg führt durch herr­li­chen Urwald zu der wild­rei­chen Hoch­flä­che der Hor­ton Plains, die sich von Hak­galla c. 35km lang­sam anstei­gend nach S. erstreckt und dort plötz­lich scharf zum Tief­lande abstürzt. Der Wald ent­hält vie­le Nillub­äu­me, die das Lieb­lings­fut­ter der wil­den Ele­fan­ten sind. Dazwi­schen deh­nen sich gra­sige Patenas aus. In c. 2½ St. erreicht man das Govern­ment Rest­house (2200m), wo man nach meh­rere Tage vor­aus zu sen­den­der brief­li­cher Anmel­dung gute Ver­pfle­gung (auch Nacht­quar­tier) fin­det. Von da, wei­ter durch den Urwald, braucht man noch etwa ¾ St. bis *World´s End, wo man plötz­lich vor einem c. 1500m tie­fen Abgrund steht, der an Steil­heit auf der Erde sei­nes Glei­chen sucht. Die Aus­sieht auf das Tief­land von Süd-Cey­lon ist über­wäl­ti­gend groß­ar­tig. Das klei­ne Häus­chen (Atkin­son Bun­ga­low), das man unmit­tel­bar zu Füßen erblickt, hat nur 685m Mee­res­höhe. Der Über­gang von der sub­tro­pi­schen zur tro­pi­schen Vege­ta­tion ist deut­lich wahr­nehm­bar. Ein zwei­tes World’s End“ ist ¼ St. nord­öst­lich. — Den Rück­weg mag man, zuerst auf beque­mem Wege durch Gras­land bis zum Ran­de des Pla­teaus, dann steil abwärts durch dich­ten Wald, nach Ohi­ya neh­men (s. unten). Ein Tun­nel durch­schnei­det die Was­ser­scheide zwi­schen den west­li­chen und den öst­li­chen Quell­flüs­sen der Maha­weli Gan­ge. Bei der Aus­fahrt über­ra­schen­der Blick auf die Berg­land­schaft der Pro­vinz Uwa. — 15 M. Ohi­ya (1799m), eben­falls Aus­gangs­punkt für World’s End (näher, aber stei­ler Weg). 25 M. Hapu­tale (1452m; gutes Rast­haus), Mit­tel­punkt eines Tee­pflan­zungs­di­strikts, mit 500 Einw.; unweit des Bahn­hofs herr­li­cher, dem von World’s End ähn­li­cher *Blick nach O. auf die wel­li­gen Gras­flä­chen der Patenas (S. 16), über die zur Zeit des NW.-Mon­suns male­ri­sche Wol­ken­bil­dun­gen hin­zie­hen; nach S. und SO. auf die bläu­li­che Urwalds­fülle tief unten bis zum Mee­re; nach W. auf die gewal­ti­gen For­men des Hoch­ge­bir­gran­des. Von Hapu­tale nach Rat­na­pura, 51 M., höchst loh­nende Auto­mo­bil­fahrt (vgl. S. 24). Die Stra­ße senkt sich in Win­dun­gen an dem jähen Absturz des Gebir­ges, mit herr­li­cher Aus­sicht über das däm­mer­blaue Tief­land bis zum Mee­re, ziem­lich scharf nach (8 M.) Hal­d­u­mulla (1023m; einf. Rast­haus). Dann weni­ger steil durch tee– und ein­zelne Kaf­fee­pflan­zun­gen, bei hüb­schen Dör­fern vor­bei. Der Reis­bau beginnt, Are­ka– und Kitul­pal­men tre­ten auf. — 16 M. Beli­huloya (570m; gutes Rast­haus), an einem rau­schen­den Berg­was­ser in einem nach W. geöff­ne­ten Tal­kes­sel von wun­der­ba­rer Üppig­keit des tro­pi­schen Pflan­zen­wuch­ses. Zuletzt über die Wela­we Ganga. — 24 M. Balan­goda (522m; vor­treffl. ein­ge­rich­te­tes Rast­haus). Die Frucht­bar­keit des Bodens und die Zahl der Sie­de­lun­gen nimmt zu. Mehr­fach präch­tige Rück­bli­cke über die nied­ri­gen Vor­berge nach dem zacki­gen Hoch­ge­birge. Die sump­fi­gen Ufer

p. 51

der Weg­anga, in deren Nähe die Stra­ße eine Stre­cke hin­führt, sind von Büf­feln und Rei­hern, Papa­geien, Eis­vö­geln und Affen belebt. Stel­len­weise bemerkt man Edel­stein­gru­ben. Bei (40 M.) Pel­ma­dulla (Rasth.) wird die Gegend offe­ner und fla­cher. Zuletzt auf einer eiser­nen Hän­ge­brü­cke über die Kalu Ganga — 51 M. Rat­na­pura, s. S. 33. Bei Diya­talawa (1331m) ist das Som­mer­la­ger für die eng­li­schen Trup­pen; wäh­rend des Buren­kriegs waren hier 5000 Gefan­gene in Bara­cken unter­ge­bracht. — 32 M. Ban­dar­a­wela (1230m gutes Rasth.), mit 1450 Einw., belieb­ter Höhen­kur­ort und End­punkt der Eisen­bahn. Die gewun­dene, z. T. in den Fels gehaue­ne Post­straße führt abwärts in das was­ser­rei­che Tal der Badul­la Oya über dem ö. der stei­le Namu­n­a­pik (2036m) ins Auge fällt, nach (18 M.) Badul­la (638m; gutes geräu­mi­ges Rast­haus), Haupt­ort der Pro­vinz Uwa, mit 6500 Einw., einer eng­li­schen und einer röm.-katholischen Kir­che, gro­ßem Hos­pi­tal und einem Bud­dha– und einem Hin­du­tem­pel. Der Fried­hof bei der engl. Kir­che ent­hält u. a. das Grab einer 1817 verst. Mrs. Wil­son, deren Denk­stein von den Luft­wur­zeln eines ind. Fei­gen­baums fest umwach­sen ist. In der Umge­bung der Stadt vie­le Tee­pflan­zun­gen und Reis­fel­der, Jack-, Man­go-, Fei­gen­bäume und Pal­men. Die Renn­bahn umzieht einen klei­nen See. Dabei ein Ver­­gnü­gungs-, ehem. bota­ni­scher Gar­ten. Hüb­scher Aus­flug nach dem Dun­hin­de-Was­ser­fall (10km, mit Füh­rer). Adam­spik.

(Anm.: Adam’s Peak  – Sin­gha­le­sisch: සමනළ කන්ද Sama­naḷa Kan­da [ˈsamənələ ˌkan̪d̪ə] Schmet­ter­lings­berg“, Tamil: சிவனொளிபாத மலை Civaṉoḷipā­ta Malai [ˈsiʋənoɭiˌpaːd̪ə ˌmalɛi̯]). Der Adam’s Peak ist bekannt für den Sri Pada (Sin­gha­le­sisch: ශ්‍රී පාදය Śrī Pāda­ya [ˌɕriː ˈpaːd̪əjə], aus dem Sans­krit für hei­li­ger Fuß“), eine Fels­for­ma­ti­on nahe sei­nem Gip­fel, die hier im Ori­gi­nal­text von 1914 näher erläu­tert wird.

Der Aus­flug erfor­dert von Kan­dy oder Nuwa­ra Eli­ya aus 2–2½ Tage. Bes­te Jah­res­zei­ten: Okto­ber und Dezem­ber bis März. Von der Eisen­bahn­sta­tion Hat­ton (S. 45) fährt nach Ankunft der Haupt­züge c. 2 Uhr nachm. eine Mail­coach in 2 St. nach Laxa­pana (der Platz hin und zurück 11 R.); Rück­fahrt am nächs­ten Tage 3 Uhr nachm., man bleibt dann in Hat­ton. Ange­neh­mer und für drei Per­so­nen nicht teu­rer ist ein eige­ner Wagen (27 R. hin und zurück), mit dem man am nächs­ten Tage noch den Nach­mit­tags­zug nach Nuwa­ra Eli­ya errei­chen kann. Für bei­de Fahr­ge­le­gen­hei­ten emp­fiehlt sich min­des­tens einen Tag zuvor tele­gra­phi­sche Bestel­lung in Hat­ton beim Hotel­wirt oder beim Post­hal­ter („Pates Livery Sta­bles“). Die eigent­li­che Bestei­gung (hin­auf 4, hin­ab 3½ St.) ist für schwin­del­freie Berg­gän­ger nicht anstren­gen­der als gewöhn­li­che Alpen­tou­ren. Not­wen­dig sind fes­te Berg­schuhe oder Stie­fel; ange­nehm Gama­schen, Unter­klei­der zum Wech­seln und ein war­mer Man­tel oder Plaid für den Gip­fel ; zum Auf­stieg in der Nacht eine Rei­se­mütze, zum Abstieg bei Tage ein Tro­pen­helm. Alles übri­ge besorgt der Wirt in Laxa­pana, dem man sei­ne Ankunft eben­falls tele­gra­phisch anmel­de : Füh­rer (3 R.), Kulis mit Later­nen als Trä­ger (je 1 R. 50), Lich­ter (50 cts.), ein Bam­bus­rohr als Berg­stock (leih­weise, 25 cts.), sowie Mund­vor­rat (Tee, Toast, Eier 1 R. 25 ets.). Der *Adam­spik (2241), eine stei­le, bis oben bewal­dete Gneis­py­ra­mide, die aus einer der Berg­ket­ten im SW. des cey­lo­ni­schen Hoch­lan­des ein­zeln auf­steigt, ist zwar nicht der höchs­te (vgl. S. 15), aber wegen sei­ner weit­hin auf­fal­len­den Gestalt seit ural­ter Zeit der berühm­teste Berg der Insel. Ein Fels­mal auf sei­nem Gip­fel (ähn­lich

p.52

der Roß­trappe im Harz) hat ihm eine reli­giöse Wei­he gege­ben und ihn zur Wall­fahrt­stätte für Gläu­bige drei­er Reli­gio­nen gemacht: die Bud­dhis­ten erken­nen dar­in die Fuß­spur Bud­dhas, der nach der Aus­brei­tung sei­ner Leh­re hier die Insel wie­der ver­las­sen habe; die Hin­du­is­ten deu­ten sie auf Schi­va oder Visch­nu; die Moham­me­da­ner füh­ren die Spur auf Adam zurück, den der Erz­en­gel nach der Ver­trei­bung aus dem Para­diese hier­her ver­setzt habe. Als Hei­lig­tum wird der Berg in der Mahâvan­sa-Chro­nik (S. 21) um 150 vor Chr. unter sei­nem sin­gha­le­si­schen Namen Sama­nala erwähnt. Die Adams­le­gende ist vor­mo­ham­me­da­nisch, ein kop­ti­sches Manu­skript des IV. Jahrh. nach Chr. kennt sie schon. Cey­lo­ni­sche Quel­len des XIII. Jahrh. berich­ten über einen neu­en Zugangs­weg zum Gip­fel. Der Vene­zia­ner Mar­co Polo, der 1293 Cey­lon berühr­te, erzählt, der Berg sei nur mit Hil­fe ange­brach­ter Ket­ten ersteig­bar. Der Ara­ber Ibn Batu­ta, der 1340 selbst oben war, sah die Ket­ten wie auch die Fels­stu­fen, die noch vor­han­den sind. …

Schreibe einen Kommentar