Mysore Linsen

Dhal-icious!

Ich muss es zuge­ben: bevor ich 1982 das ers­te Mal nach Sri Lan­ka kam, war ich kein gro­ßer Freund von Lin­sen! In der Fami­lie gab es Lin­sen meist im Win­ter als Linsen­ein­topf. Es war – offen gestan­den – furcht­bar: Mei­ne Groß­mut­ter und mei­ne Mut­ter koch­ten die tra­di­tio­nel­le Ber­li­ner Vari­an­te Linsen­ein­topf süß-sau­er“…

LinsengerichteHeu­te bin ich ein gro­ßer Fan von Lin­sen! Erst letz­tes Wochen­en­de berei­te­te eine Freun­din mit mir zwei lecke­re Gerich­te mit Lin­sen: einen etwas säu­er­li­chen Salat aus Le-Puy-Lin­sen mit gedüns­te­ten gel­ben Chil­lies, etwas Sesam­öl und gerös­te­ten Cas­hew­ker­nen (links unten) und eine Vari­an­te des sri­lan­ki­schen Dhal-Cur­rys mit gedüns­te­ten Bir­nen und gerös­te­tem Sesam (links oben).

Dhal, also das sri­lan­ki­sche Lin­sen-Cur­ry, ist ein sehr nahr­haf­tes Gericht. Es ist sehr reich an Eiweiß und ent­hält viel Cal­zi­um, Eisen und eini­ge B-Vit­ami­ne.

In Sri Lan­ka hat jede Fami­lie ihr eige­nes Rezept für Dhal. Manch­mal wird das Gericht auch als Parip­pu – පරිප්පු bezeich­net, wobei Parip­pu eigent­lich die unge­koch­ten roten Lin­sen bezeich­net. Die Grund­be­stand­tei­le sind immer die­sel­ben: rote Lin­sen und Kokos­milch.

Dhal ist in Sri Lan­ka bei jedem Essen dabei. Meis­tens wird es mit Reis geges­sen, oft beglei­tet von Fleisch und Fisch. In klas­si­schen Rice-and-Cur­ry-Gerich­ten ist es all­ge­gen­wär­tig!

Zum Früh­stück mag ich es sehr ger­ne mit Roti (ein ein­fa­ches Fla­den­brot) und einem schar­fen Coco­nut Sam­bol. Das Früh­stücks-Dhal“ ist meist etwas flüs­si­ger als das Dhal, das zu Mit­tag oder zum Abend­essen gereicht wird.

Wenn es ein Gericht in Sri Lan­ka gibt, das von allen geliebt und geges­sen wird, dann ist es sicher Dhal!

Ein Rezept für das sri­lan­ki­sche Dhal-Cur­ry, wie ich es in Sri Lan­ka oft koche, habe ich mei­nem Freund Tho­mas ver­spro­chen – Hier ist es!

Rotes Linsen Curry

Dhal Curry oder Parippu Hodda

[three_columns_one]Zuta­ten

  • 200 g rote Lin­sen, auch Mys­o­re-Lin­sen genannt
  • 1 Mes­ser­spit­ze Kur­ku­ma, das in Sri Lan­ka gern als Safran bezeich­net wird, mit ihm aber nur die gel­be Far­be gemein­sam hat!
  • 12 Tee­löf­fel Chili­pul­ver – wer es schä­fer mag, ger­ne mehr!
  • 1 grü­ne Chi­li, in dia­go­na­le Strei­fen geschnit­ten. Für die etwas mil­de­re Vari­an­te ohne Ker­ne!
  • 12 Tee­löf­fel Cur­ry­pul­ver
  • 1 Zwie­bel, gehackt
  • 1 Stück Zimt­stan­ge
  • 1 – 2 getrock­ne­te rote Chi­li, fein geschnit­ten
  • 1 Tas­se Was­ser – eher mehr!
  • 3 – 4 Cur­ry Blät­ter – falls vor­han­den!
  • etwas Zitro­nen­gras – falls vor­han­den!
  • ein Stück­chen Pan­da­nus-Blatt – falls vor­han­den!
    Beach­te auch mei­ne Anmer­kun­gen zu den schwer erhält­li­chen Zuta­ten!
  • ca. 100 g Kokos­milch
  • 12 Tee­löf­fel rote Senf­sa­men
  • 12 Tee­löf­fel Bocks­horn­klee­sa­men – falls vor­han­den!
  • 1 – 2 Knob­lauch­ze­hen, gehackt
  • 12 Limo­ne, den Saft davon
  • Salz nach Geschmack
  • 1 Ess­löf­fel Son­nen­blu­men- oder sons­ti­ges Pflan­zen­öl – kein Oli­ven­öl!

[/three_columns_one] [three_columns_two_last]und so wird’s gemacht

Öl in einem Topf erhit­zen. Senf­saat hin­zu­ge­ben, bis die Körn­chen anfan­gen zu plat­zen und wild im Topf her­um­hüp­fen. Die Zwie­bel dazu­ge­ben und gold­brau­ne Far­be neh­men las­sen. Nun alle ande­ren Gewür­ze dazu­ge­ben, umrüh­ren und noch einen Moment anrös­ten. Dann die gewa­sche­nen und abge­tropf­ten roten Lin­sen hin­zu­fü­gen, mit dem Was­ser auf­gie­ßen und das Gan­ze zum Kochen brin­gen. Rund 10 – 15 Minu­ten sanft kochen, bis die Lin­sen ihre Far­be vom ursprüng­li­chen rot zu gelb wech­seln – dann sind sie näm­lich fast gar! Zwi­schen­durch auf­pas­sen, dass das Was­ser nicht voll­stän­dig ver­dampft und even­tu­ell noch etwas Was­ser ergän­zen. Nach den rund 15 Minu­ten noch die Kokos­milch in den Topf geben und wei­te­re 10 Minu­ten sehr sanft köcheln. Nach Geschmack sal­zen und mit dem Limo­nen­saft abschme­cken!

Wich­tig! Die Lin­sen dür­fen nicht über­kocht wer­den und damit aus der Form“ gera­ten.

Man­che der hier erwähn­ten Gewür­ze sind selbst in Ber­lin schwer zu bekom­men. Das Drei­ge­spann aus Zitro­nen­gras, Pan­da­nus-Blatt und Cur­ry-Blät­tern, das als das sri­lan­ki­sche Bou­quet gar­ni bezeich­net wer­den kann, gehört dazu! In Sri Lan­ka wird die­ses Trio Kara­pin­cha – කරපිංචා  genannt und gibt vie­len Cur­ries die rich­ti­ge Note. Für die­ses Rezept geht es – not­ge­drun­gen – auch ohne. Der Asia-Markt mei­nes Ver­trau­ens hat gele­gent­lich tief­ge­fro­re­ne Gemü­se, Kräu­ter und Zuta­ten wie Cur­ry-Blät­ter und Pan­da­nus; Zitro­nen­gras gibt es immer, auch im nor­ma­len Super­markt!

Alle ande­ren Zuta­ten sind in gut­sor­tier­ten Asia-Märk­ten erhält­lich – meis­tens jedenfalls![/three_columns_two_last] [divider/]