Holzmuster

Bau- und Möbelhölzer in Sri Lanka

In ganz Süd-und Süd­ost­asi­en wer­den zahl­rei­che tro­pi­sche Hart­höl­zer im Möbel- und Haus­bau ver­wen­det. Die häu­figs­ten Holz­ar­ten, die  wäh­rend der sri­lan­ki­schen Kolo­ni­al­zeit (Por­tu­gie­sisch, Nie­der­län­disch und bri­ti­sche Kolo­ni­al­zeit zwi­schen ca. 1505 und 1948 ) ver­wen­det wur­den, sind Jak, Eben­holz, Kala­man­der, Satin­holz, Nedun und Teak. Zahl­rei­che ande­re Sor­ten waren eben­falls im Ein­satz.

Begab­te und qua­li­fi­zier­te Tisch­ler konn­ten die ver­schie­de­nen Höl­zer für deko­ra­ti­ve Appli­ka­tio­nen und ver­schie­de­ne Anfor­de­run­gen an die Funk­ti­on mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren. Eini­ge Holz­ar­ten haben beson­de­re und ein­zig­ar­ti­ge Merk­ma­le, wor­an man sie leicht unter­schei­den und erken­nen kann. Ande­re Holz­ar­ten sind sich so ähn­lich, dass es schwie­rig ist, sie genau zu bestim­men. Der Alte­rungs­pro­zess der Möbel­stü­cke mit sei­nen Gebrauchs- und Abnut­zungs­spu­ren, sowie Fle­cke und die Ver­wen­dung von Wachs, Lack und ande­ren Nach­be­hand­lungs­mit­teln kann die genaue Bestim­mung der Holz­art zusätz­lich erschwe­ren.

Auf einer Art Dich­teska­la“ ist Kala­man­der das mas­sivs­te, gefolgt von Eben­holz, Satin­holz , dann fol­gen Nedun, Jak und Teak­holz als das wei­ches­te“ Holz . Teak war wäh­rend der bri­ti­schen Kolo­ni­al­zeit sehr beliebt und mit der Ent­wick­lung des Han­dels wur­de zuneh­mend Teak­holz aus Bur­ma impor­tiert. In R.L. Bro­hiers Buch Fur­ni­tu­re in the Dutch peri­od in Cey­lon („Möbel in der nie­der­län­di­schen Zeit“) aus dem Jahr 1969 (und 2. Auf­la­ge 1978)  erfährt man, wel­che Holz­ar­ten haupt­säch­lich wäh­rend der hol­län­di­schen Kolo­ni­al­zeit ver­wen­det wur­den.

  • Badi­del (Arto­car­pus nobi­lis) ist die wil­de“ Form des Brot­frucht­baums. Er wächst im Tief­land und ähnelt Bur­ma-Teak“, hat aber eine hel­le­re Far­be. Es ist gut für Schnitz- und Dreh­ar­bei­ten geeig­net.
  • Cado­obe­ria (Dios­py­ros affi­nis ?) ist eine Bas­tard-Art“ vom Eben­holz. Es ist ein sel­te­nes Holz mit schwar­zen und kräf­ti­gen brau­nen bis gel­ben Strei­fen und glänzt nach dem Polie­ren. Es ist weni­ger fest und halt­bar als das ech­te Eben­holz.
  • Cala­man­der (Dios­py­ros quae­si­ta) ist in den feuch­ten Wäl­dern der süd­li­chen Pro­vin­zen hei­misch. Das Holz wur­de bei den Hol­län­dern im 17. Jahr­hun­dert und spä­ter bei den Bri­ten im 18. Jahr­hun­dert popu­lär. Er hat eine extrem auf­fäl­li­ge Fär­bung, mit dun­kel zu hell-honig­far­be­nen wel­len­för­mi­ge Mus­tern. Der Baum wächst sehr lang­sam und es kann bis zu 250 Jah­re dau­ern, bis das Holz reif“ ist. Bro­hier behaup­tet in sei­nem Buch von 1969, dass die­se Art aus­ge­rot­tet sei. Vor eini­gen Jah­ren hat die sri­lan­ki­sche Forst­ver­wal­tung damit begon­nen, die­se Baum­art auf den Hügeln bei Rak­wa­na zu kul­ti­vie­ren. Der Name Cala­man­der kommt vom sin­gha­le­si­schen Wort für die­ses Holz: කළුමැදිරිය (kalu-med­hi­ri­ya), was in etwa dunk­le Kam­mer“ bedeu­tet.
  • Eben­holz (Dios­py­ros ebenum), sin­gha­le­sisch කළුවර – (kalu­va­ra) Ins­ge­samt unter­schei­det man fol­gen­de Unter­ar­ten des Eben­hol­zes:
    • Kame­run-Eben­holz (Dios­py­ros cras­si­flora) kommt aus Afri­ka und ist die auf dem Welt­markt ver­brei­tets­te Sor­te Eben­holz, oft von tief­schwar­zer Far­be, meist aber auch mit grau­en Adern durch­zo­gen. Nur ca. 10 % der Stäm­me wei­sen eine gleich­mä­ßi­ge Schwär­ze auf. Es zeigt eine aus­ge­präg­te Offen­po­rig­keit, die für die­se Sor­te cha­rak­te­ris­tisch ist und es zum weni­ger geschätz­ten Holz macht. Fein­po­ri­ge Sor­ten wer­den deut­lich höher bewer­tet.
    • Cey­lon-Eben­holz (Dios­py­ros ebenum) ist die bes­te, heu­te kaum noch ver­füg­ba­re Qua­li­tät: sehr hart, gut polier­bar, prak­tisch ohne wahr­nehm­ba­re Poren, gut bear­beit­bar, wit­te­rungs- und ter­mi­ten­fest mit sehr inten­si­ver Far­be. Das Eben­holz des Möbel­baus im 16.–19. Jahr­hun­dert war von die­ser Sor­te. Die Hol­län­der bevor­zug­ten die­ses dunk­le Holz als Kon­trast zu den sonst wei­ßen Wän­den ihrer Woh­nun­gen. Weil Eben­holz so popu­lär war (ist?) wur­den min­der­wer­ti­ge Höl­zer häu­fig schwarz gefärbt um den Anschein des Eben­hol­zes zu erwe­cken.
    • Mada­gas­kar-Eben­holz (Dios­py­ros per­rie­ri) ist von eher dun­kel­brau­ner Far­be, es ist sehr fein­po­rig, wit­te­rungs­fest, ter­mi­ten­fest und hat eine Dich­te von ca. 1,0 kg/dm³.
    • Makas­sar-Eben­holz (Dios­py­ros cele­bi­ca) (Indo­ne­si­en) zählt zu den far­bi­gen“ Eben­höl­zern und ist im Splint gelb­lich­weiß, im Kern­holz schwarz mit sehr cha­rak­te­ris­ti­schen hell­gelb bis braun­ge­streif­ten längs­ver­lau­fen­den Mase­run­gen; es ist sehr dicht und farb­be­stän­dig, sein Schleif­staub ver­ur­sacht wie der aller Eben­höl­zer Rei­zun­gen der Haut, Augen und Lun­ge. Sei­ne Dich­te beträgt 1,1 bis 1,3 kg/dm³. Im eng­li­schen Sprach­raum wird es auch als Coro­man­del­holz oder Marble­wood bezeich­net.
    • Mun-Eben­holz (Dios­py­ros mun) kommt aus Laos und Viet­nam und ist ähn­lich wie Makas­sar-Eben­holz zwei­far­big gestreift.
  • Hal­mil­la (Berr­ya cor­di­fo­lia) auch Trinco­ma­lee wood genannt, gedeiht in den tro­cke­nen Tief­land­ge­bie­ten Sri Lan­kas. Es hat eine bräun­li­che Far­be, ist leicht zu bear­bei­ten und lässt sich gut polier­ten. Da es sich gut bie­gen lässt, wird es auch zur Her­stel­lung von Tod­dy- und Arrack-Fäs­sern ver­wen­det.
  • Jak (Arto­car­pus hete­ro­phylum), sin­gha­le­sisch කොස් (kos) war im 17. Jahr­hun­dert sehr popu­lär für den Möbel­bau, dann geriet es im 18. Jahr­hun­dert etwas in Ver­ges­sen­heit und ist seit dem 19. Jahr­hun­dert wie­der sehr beliebt. Jak­frucht­bäu­me wer­den haupt­säch­lich wegen der gro­ßen Früch­te ange­baut. Das Holz des Jack­frucht­bau­mes ist mit­tel­hart, wit­te­rungs­be­stän­dig, ter­mi­ten­re­sis­tent und lässt sich gut polie­ren. Es wird als Möbel­holz sehr geschätzt. Im süd­in­di­schen Bun­des­staat Kera­la gilt der Baum als hei­lig und als Wohn­ort der hin­du­is­ti­schen Göt­tin Kali. Daher wer­den Altar­bild­nis­se der Göt­tin und die Kro­ne für den Haupt­dar­stel­ler im reli­giö­sen Tanz­dra­ma Muti­y­et­tu auf ritu­el­le Wei­se aus Jack­frucht­holz gefer­tigt.
  • Kohom­ba (Aza­d­irach­ta indi­ca), auch als Mar­gos­sa und Neem bekannt. කොහොඹ auf sin­gha­le­sisch. Die­se Baum­art ist in der Tro­cken­zo­ne Sri Lan­kas weit ver­brei­tet. Das jun­ge Holz hat hat eine rosa-rote Far­be und wird mit zuneh­men­dem Alter mehr röt­lich-braun. Es ist sehr ölhal­tig und lässt sich nur schwer polie­ren. Die­ses Holz wird gern für Schrän­ke, Wäsche­tru­hen und Schrän­ke ver­wen­det, weil das natür­li­che Öl des Hol­zes ein wirk­sa­mes Insek­ten­schutz­mit­tel ist.
  • Kolon (Andi­na cor­di­fo­lia). Die­ses Holz hat eine hel­le Far­be mit eben­mä­ßi­ger, leich­ter Mase­rung und wird oft für Dekor­pa­nee­le ver­wen­det. Bro­hier schreibt, dass die­se Bäu­me in der Pro­vinz Saba­ra­ga­mu­wa im Kolon­na Kora­le gefun­den wer­den, wor­aus auch der sin­gha­le­si­sche Name abge­lei­tet wur­de.
  • Kum­buk (Ter­mi­na­lia Arju­na) –  කුඹුක් auf sin­gha­le­sisch – ist eine Baum­art, die das Was­ser liebt! Man fin­det Kum­buk-Bäu­me an Fluss­ufern, Kanä­len und Tanks. Der Baum hat eine wei­te Ver­brei­tung und kann sehr alt wer­den. Das Holz hat eine sat­te brau­ne Far­be. Bro­hier schreibt, dass es schwer zu bear­bei­ten sei, da Kie­sel­stei­ne ​​und sogar grö­ße­re Stei­ne ​​aus den Flüs­sen in das Holz ein­ge­wach­sen sein kön­nen.
  • Mara (Albi­zia leb­bek) ist eine sel­te­ne und wert­vol­le Baum­art, die sich in der Nähe von angren­zen­den Wald­ge­bie­ten fin­det. Die­ser Baum wächst streng auf­recht; das Holz glänzt gol­den, wenn es poliert wur­de. Die­ses Holz wird  leicht mit Nedun oder Suri­ya Mara ver­wech­selt.
  • Nedun (Per­i­c­op­sis moo­nia­na) wird an der West­küs­te von der süd­west­li­chen Pro­vinz bis zur Saba­ra­ga­mu­wa-Pro­vinz  ein­schließ­lich des Berg­lan­des gefun­den. Das Holz hat eine scho­ko­la­den­brau­ne Far­be mit mar­kan­ten Mase­rung. Poliert bekommt es einen Glanz und eine Far­be, die sich im Alter noch ver­tieft. Laut Bro­hier wur­de das Holz nur sel­ten vor dem 17. Jahr­hun­dert benutzt. Erst im 18. Jahr­hun­dert wur­de es für eine Viel­zahl von Tisch­ler­ar­bei­ten ver­wen­det. Es wur­de von den Hol­län­dern im 18. Jahr­hun­dert Nadun genannt. Die Bäu­me wur­den zu früh und häu­fig gefällt, wodurch es lt. Bro­hier kaum aus­ge­wach­se­ne Exem­pla­re gab.
  • Palu (Manil­ka­ra hexan­dra ) ist ein kräf­tig braun gefärb­tes Holz, ähn­lich Kum­buk. Es wird haupt­säch­lich in der tro­cke­nen Tief­land­zo­ne Sri Lan­kas gefun­den.
  • Satin­wood (Chlor­oxy­lon swie­te­nia) , genannt බුරුත (buru­ta) im sin­gha­le­si­schen, ist ein hel­les Holz; gleich­mä­ßig fast ohne erkenn­ba­re Mase­rung und sel­ten mit Strei­fen. Den Baum fin­det man in den tro­cke­nen Zonen. Das Holz ist schwer, fest und schwie­rig zu bear­bei­ten. Das Holz von älte­ren Bäu­men hat einen tie­fen, gold­brau­ne Glanz. Satin­wood ist ein sehr deko­ra­ti­ves Holz und wird im Möbel­bau häu­fig zusam­men mit Eben­holz ver­wen­det.
  • Suri­ya (der so genann­te Tul­pen­baum von Cey­lon) ist ein Schat­ten lie­ben­der Baum, der auch sal­zi­ge Böden und Mee­res­luft gut ver­trägt. Bro­hier schreibt, dass wäh­rend der nie­der­län­di­schen Kolo­ni­al­zeit die Bäu­me in und um die befes­tig­ten Städ­te gepflanzt wur­den. Das Holz wur­de aus­schließ­lich für den Wagen, Wagen­rä­der, Wel­len, Gewehr­schäf­te und Möbel ver­wen­det.
  • Suri­ya Mara (Albi­zzia odo­ra­tis­si­ma) wird in Sri Lan­ka auch Cey­lon Rose­wood genannt. Bro­hier schreibt, dass Mara und Suri­ya Mara im 17. und 18. Jahr­hun­dert sehr beliebt waren. Suri­ya Mara hat ein attrak­ti­ves dun­kel­braun bis schwar­zes Kern­holz, ist meist leb­haft gestreift, halt­bar und fest. Es lässt sich gut bear­bei­ten und polie­ren und fin­det Ver­wen­dung als Bau­holz, für Möbel und land­wirt­schaft­li­che Gerä­te.
  • Tama­rin­den­baum (Tama­rin­dus indi­ca ), auf sin­gha­le­sisch සියඹලා (siyam­ba­la) lie­fert ein sehr har­tes, schwer zu bear­bei­ten­des Holz von scho­ko­la­den­brau­ner Far­be mit gel­ben Rän­dern. Für die  Nutz­holz­pro­duk­ti­on wird er auf­grund sei­nes lang­sa­men Wachs­tums nur sel­ten ange­baut. Er kommt haupt­säch­lich in der tro­cke­nen Zone Sri Lan­kas vor.
  • Teak (Tec­to­na gran­dis), තේක්ක (tek­ka)  wur­de im 17. Jahr­hun­dert von den Hol­län­dern in Sri Lan­ka ein­ge­führt. Frisch geschnit­ten vari­iert die Far­be von wachs­gelb bis hell grau­grün. Durch Licht- und Luft­ein­wir­kung ändert sich die Far­be sich schnell in ein gleich­mä­ßi­ges gold­braun. Teak­holz ist wit­te­rungs­be­stän­dig, säu­re­fest und besitzt eine hohe Fes­tig­keit. Teak ist außer­dem sehr wider­stands­fä­hig gegen Pil­ze und Insek­ten. Ver­lei­men und eine Ober­flä­chen­be­hand­lung kann pro­ble­ma­tisch sein, da die Inhalts­stof­fe des Teaks die ver­wen­de­ten Pro­duk­te in Bezug auf  Trock­nung, Anhaf­tung und Farb­durch­schlag beein­flus­sen. Meist wird für die Ober­flä­chen­be­hand­lung pig­men­tier­tes Öl benutzt. Teak lässt sich für prak­tisch alle Holz­ar­bei­ten ein­set­zen – von hoch belas­te­ten Kon­struk­tio­nen unter ungüns­ti­gen kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen über Schiff­bau bis hin zu Fens­tern und Türen und Gar­ten­mö­beln.
  • Wewa­ra­ni (Alseodaph­ne sema­car­pi­fo­lia) wächst in den tro­cke­nen Regio­nen. Das Holz hat eine gelb-brau­ne Far­be und ist meist gescheckt und lässt sich schwer bear­bei­ten aber gut polie­ren.

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