Bist du abergläubig? Ich? Nein!

Heu­te lese ich fol­gen­de inter­es­san­te Mel­dung auf Lan­ka News Web:

Offi­ci­als at the Mat­ta­la Raja­pak­sa Inter­na­tio­nal Air­port have had to employ 20 per­sons to cha­se away peacocks from the run­way of the new air­port. Peop­le from the Deep South belie­ve that har­ming the peacock, who is asso­cia­ted with Lord Katara­ga­ma, would bring about a cur­se on the peop­le…   Über­set­zung

Katara­ga­ma (කතරගම) ist einer der vier gros­sen Göt­ter Sri Lan­kas. Er wird dem hin­du­is­ti­schen Gott Skan­da gleich­ge­setzt und ent­wi­ckel­te sich in neue­rer Zeit zu einer Art Natio­nal­gott. Meist wird er sechs­köp­fig und zwöl­far­mig dar­ge­stellt, sein Reit­tier ist der Pfau.

Beim Mat­ta­la Raja­pak­se Inter­na­tio­nal Air­port (IATA-Code: HRI) in der Nähe von Ham­ban­to­ta (der Geburts­stadt des jet­zi­gen sri­lan­ki­schen Prä­si­den­ten Mahin­da Raja­pak­se) han­delt es sich um den kürz­lich eröff­ne­ten zwei­ten inter­na­tio­na­len Flug­ha­fen des Lan­des. Er liegt, bis­lang nur von weni­gen Flug­ge­sell­schaf­ten genutzt, ver­schla­fen im äußers­ten Süden Sri Lan­kas. Eines der gro­ßen Pro­ble­me die­ses neu­en Flug­ha­fens ist, dass er unweit der gro­ßen Natio­nal­parks inmit­ten wil­der Natur liegt und die Betrei­ber Mühe haben, die frei­le­ben­den Ele­fan­ten fern zu hal­ten. Nun also auch Pfau­en, die den Betrieb stö­ren!

AKTUALISIERUNG:

Air­craft hits peacocks at Mat­ta­la – Janu­ary 12, 2014 2:01 am
by Men­a­ka Indra­ku­mar

A Fly Dubai flight, which took off for Shar­jah, from the Mat­ta­la Raja­pak­sa Inter­na­tio­nal Air­port (MRIA), had to be abor­ted due to dama­ge cau­sed to its body when it hit two peacocks. Direc­tor Gene­ral of Civil Avia­ti­on, H.M.C. Nimal­si­ri, told Cey­lon Today, the flight was sche­du­led to lea­ve the air­port around 9 a.m., howe­ver, during the take­off the flight was hit by two peacocks, which died instant­ly.  Voll­stän­di­ger Arti­kel auf Cey­lon Today

Der pro­blem­be­haf­te­te Bau die­ses Flug­ha­fens inmit­ten der Natur ist die eine Sache; viel inter­es­san­ter an der Mel­dung ist aber der Hin­weis auf den Aber­glau­ben der Men­schen…

Aberglaube in Sri Lanka

Eines vor­weg: die Sri­lan­ker sind sehr aber­gläu­big!

Beim Essen in Rich­tung Osten oder Wes­ten zu bli­cken, bringt Glück, wäh­rend finan­zi­el­le Trans­ak­tio­nen an einen Voll­mond­tag Unglück brin­gen!

Diens­tag, Frei­tag und Sonn­abend sind Unglücks­ta­ge. Für Rei­sen eig­net sich am bes­ten der Don­ners­tag – es sei denn, er liegt astro­lo­gisch ungüns­tig und man soll­te nicht am Don­ners­tag ankom­men. Das Bes­te, was einem an einem Rei­se­tag pas­sie­ren kann, ist, dass man jeman­den sieht, der einen Topf Was­ser oder Milch oder wei­ße Blu­men trägt. Aber es bringt kein Glück, wenn der­je­ni­ge dann die Haa­re gescho­ren hat oder – bei einer Frau – offen trägt. Es ist außer­dem unglück­brin­gend, wenn man an einem Rei­se­tag über etwas stol­pert oder vor dem Beginn der Rei­se über den Bestim­mungs­ort aus­ge­fragt wird.

Sonn­ta­ge, Diens­ta­ge und Don­ners­ta­ge sind schlecht für Besu­che; Juli ein ungüns­ti­ger Monat für Hoch­zei­ten.

Baden am Sonn­tag trägt nicht gera­de zur Schön­heit des Baden­den bei, im Gegen­teil. Badet man an einem Mon­tag, wird man aller­dings schön! Badet man diens­tags, bekommt man wahr­schein­lich Krank­hei­ten. Am Mitt­woch zu baden bringt Reich­tü­mer. Don­ners­tags zu baden, ruft Streit her­vor. Und ganz schlimm ist es, am Frei­tag zu baden, denn dann ster­ben die Kin­der! Sonn­abend ist der bes­te Bade­tag, denn das bringt dann Glück und Freu­de!

Wenn eine Krä­he durch das Haus fliegt, bedeu­tet das, dass ein Bewoh­ner die­ses Hau­ses dem­nächst ver­lässt. Wenn die Krä­he an der höchs­ten Stel­le des Hau­ses kräht, kom­men bald gute Nach­rich­ten. Dem­nächst zu erwar­ten­der Besuch kün­digt sich durch eine Krä­he an, die vor dem Haus kräht oder eine Kat­ze, die sich vor der Haus­tür putzt.

Juckt das rech­te Nasen­loch, redet ein naher Ver­wand­ter gut über einen, juckt dage­gen das lin­ke Nasen­loch, ist’s genau umge­kehrt.

TeufelstänzerDer uner­klär­ba­re Geruch ver­brann­ten Flei­sches oder das Heu­len von Hun­den in der Nacht bedeu­tet die Nähe des Bösen! Falls das meh­re­re Näch­te hin­ter­ein­an­der pas­siert und dann auch noch von Kat­zen­ge­jau­le und Eulen­ru­fen beglei­tet ist, sind größ­te Kala­mi­tä­ten für die gesam­te Nach­bar­schaft sicher.

Ein spe­zi­el­les und sehr eigen­tüm­li­ches Voka­bu­lar wird von Bud­dhis­ten auf Pil­ger­rei­sen benutzt, weil die Göt­ter bestimm­te Wor­te nicht mögen. Sel­ten wird man z.B. in der Nähe eines an Masern Erkrank­ten das Wort Masern“ gebrau­chen: man spricht dann von gro­ßem Fie­ber“. So wer­den auch die wirk­li­chen Namen bestimm­ter hei­li­ger oder sakra­ler Orte nie benutzt.

Sri­lan­ker sagen nie­mals, wie hübsch oder nied­lich ein Baby oder Klein­kind sei: die Geis­ter könn­ten sonst eifer­süch­tig wer­den!

Der Tama­rin­den­baum ist der hei­li­ge Baum des höchs­ten Teu­fels und das Fäl­len eines Tama­rin­den­bau­mes in der Nacht ist fatal und dann ist auch das Aus­at­men“ des Bau­mes töd­lich. Im Schat­ten eines Tama­rin­den­bau­mes ist es übri­gens küh­ler als im Schat­ten ande­rer Bäu­me…

Es gibt auch noch eini­ge Früch­te wie die von den Dum­me­la- und Keki­ri-Pflan­zen und gewis­se Yams­früch­te wie die Habar­a­la, die zwar alle süß schme­cken, aber sofort bit­ter im Mund wer­den, wenn der Essen­de oder ein ande­rer die Namen die­ser Früch­te aus­spricht.

Lan­ge Rei­hen schwar­zer Amei­sen im Haus brin­gen das Unglück mit sich.

Wenn man gera­de mit einer Arbeit begin­nen will und eine Eidech­se zischt, bedeu­tet das ganz klar: Fang‘ gar nicht erst an!“

Schlan­gen

Sie ver­las­sen den Dschun­gel wäh­rend des Süd­west-Mon­suns; aber sie soll­ten nicht an Diens­ta­gen oder Frei­ta­gen getö­tet wer­den. Jemand, der von einer Was­ser­schlan­ge gebis­sen wur­de, ist immun gegen die Bis­se aller ande­ren Schlan­gen. Da der Biss einer Was­ser­schlan­ge (angeb­lich) nicht gif­tig ist, ver­su­chen vie­le Men­schen, sich von einer Was­ser­schlan­ge bei­ßen zu las­sen.

Nach­dem ein Mensch von einer gif­ti­gen Schlan­ge namens Wel geran­diya  gebis­sen wur­de, ver­kno­tet sich die Schlan­ge kunst­voll neben dem Stamm eines nahe­ge­le­ge­nen Bau­mes und war­tet den Tod des Gebis­se­nen in die­ser Stel­lung ab. Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken, legt sich der Gebis­se­ne in die Nähe der Schlan­ge und stellt sich tot. Die Schlan­ge glaubt nun, ihr Opfer sei tot, ent­kno­tet sich, der Spuk ist vor­über und der Gebis­se­ne gesun­det. Die Schlan­ge ist über den Betrug aller­dings so ver­är­gert, dass sie auf das Dach eines Hau­ses klet­tert und dort war­tet, dass sie an jemand ande­res Rache neh­men kann. Laut Sri Lan­ka Rep­ti­le“ han­delt es sich um Argy­ro­ge­na fascio­la­ta – die Gebän­der­te Zorn­nat­ter, die als ungif­tig beschrie­ben wird.

Kobras sieht man als Wie­der­ge­burt eines Ver­stor­be­nen an, der jetzt ver­bor­ge­ne Schät­ze, Bo-Bäu­me und bud­dhis­ti­sche Tem­pel bewacht. Wenn sich eine Kobra das Haus eines Sri­lan­kers zu ihrer Behau­sung macht, bedeu­tet das, dass sie ein wie­der­ge­bo­re­ner Bewoh­ner des Hau­ses ist und nun die ver­blie­be­nen Bewoh­ner zu beschüt­zen sucht. Kon­se­quen­ter­wei­se wird die Kobra nie­mals getö­tet, son­dern so gut wie mög­lich mit Scha­len vol­ler Milch, die vor ihre Höh­le gestellt wer­den, beschwich­tigt. Wenn sich die Kobra trotz aller höf­li­chen und respekt­vol­len Auf­for­de­run­gen wei­gert, den Ort zu ver­las­sen, wird sie mit einer Schlin­ge ein­ge­fan­gen und an einem ent­le­ge­nen Ort aus­ge­setzt. Das kos­tet den neu­gie­ri­gen und unvor­sich­ti­gen Mann oft das Leben!

Die Kobra hat einen gut­mü­ti­gen Cha­rak­ter: sie beißt nie­mals Blin­de und über­haupt nie, wenn sie nicht pro­vo­ziert wird. Kobras ernäh­ren sich von Leucht­kä­fern, die sie mit einem bläu­lich schim­mern­den Stein anlo­cken, den sie im Maul haben.

Das gefähr­lichs­te Tier aber ist Tic Polon­ga, das zwei- bis drei­hun­dert Jah­re alt wird. Es kommt nur in der Nacht zum Vor­schein. Bevor es stirbt, ent­wi­ckelt es Flü­gel und jeder, den es mit sei­nen Flü­geln im Flug streift, wird ster­ben. Wenn das Tic Polon­ga stirbt, explo­diert es und hin­ter­lässt Tau­send­füß­ler, Skor­pio­ne und gif­ti­ge Spin­nen. Ein ande­res Polon­ga ist nicht so gefähr­lich, aber wenn es einem in den Nacken fällt, hat man für den Rest sei­nes Lebens einen Buckel.

Der Tod kün­digt sich auf vie­le Arten an

Der Hund scharrt ein Loch oder ein schwar­zer Kra­nich, der über das Haus fliegt, schreit. Das häu­fi­ge Erschei­nen von Els­tern oder der Ruf einer Els­ter, die auf einem abge­stor­be­nen Ast vor dem Haus sitzt, ist ein siche­res Zei­chen dafür, dass bald jemand stirbt.

Nach dem Tod wird der Ver­stor­be­ne Rich­tung Wes­ten auf­ge­bahrt, sodass natür­lich nie­mand in die­ser Rich­tung schla­fen mag. Eine Toten­wa­che sorgt dafür, dass kei­ne bösen Geis­ter von dem Haus des Ver­stor­be­nen Besitz ergrei­fen. Die­se Toten­wa­che ist in den meis­ten Häu­sern Ver­stor­be­ner aller­dings nicht sehr ernst: beson­ders Nachts spielt man Kar­ten oder Carrom. Kaum ein Geist wird dann glau­ben, dass in die­sen ver­meint­lich lus­ti­gen Häu­sern ein Mensch gestor­ben ist und wird vor­über­zie­hen. Tote wer­den nie­mals an einem Diens­tag bestat­tet oder ver­brannt, weil das fata­le Fol­gen für die ver­blie­be­nen Mit­glie­der der Fami­lie haben könn­te.

Schreibe einen Kommentar