Der Kinematograph

Frü­he Fil­me über Cey­lon fin­de ich fas­zi­nie­rend!

Im Jahr 1898 wur­de ein Doku­men­tar­film mit dem Titel Ear­ly Morning on Cey­lon von der Prest­wick Com­pa­ny ver­öf­fent­licht. Der Film ist nur 55 Feet – also ca.  16 Meter – lang und der ältes­te bekann­te Film über die Insel.

Die ers­te pri­va­te Film­vor­füh­rung fand im Wohn­sitz von Gou­ver­neur Joseph West Rid­ge­way im Jahr 1901 statt. Ein Eng­län­der namens War­wick Major zeig­te der Öffent­lich­keit Bio­scop-Fil­me in Zel­ten, die er auf Wie­sen und öffent­li­chen Plät­zen auf­stell­te. Wirt­schaft­li­chen Erfolg mit der Vor­füh­rung popu­lä­rer indi­scher Fil­me erziel­te die Indi­sche Madan Thea­t­re Com­pa­ny, die 1903 in Colom­bo den ers­ten Kino­saal bau­te..

Mehr zur Geschich­te des Films in Sri Lan­ka (in eng­li­scher Spra­che): Cine­ma of Sri Lan­ka

Raja­keeya Wick­re­ma­ya pro­du­zier­te den ers­ten nicht-doku­men­ta­ri­schen Kurz­film in Cey­lon. 1925 gefilmt,  wur­de die Haupt­rol­le von Dr. N. M. Pere­ra gespielt. Pere­ra wur­de spä­ter Finanz­mi­nis­ter und war nach der Unab­hän­gig­keit Cey­lons einer der wich­tigs­ten  sozia­lis­ti­schen Poli­ti­ker des Lan­des.

1934 pro­du­zier­te Fil­me­ma­cher Basil Wright Song of Cey­lon für das Cey­lon Tea Mar­ke­ting Board. Der Film gilt als eines der schöns­ten Bei­spie­le der bri­ti­schen Doku­men­tar­film-Bewe­gung. Ins­ge­samt wur­den mehr als 30 Doku­men­tar­fil­me in Cey­lon in den ers­ten drei Jahr­zehn­ten des 20. Jahr­hun­derts gedreht. Alle kon­zen­trier­ten sich auf die land­schaft­li­che Schön­heit, die Fau­na oder die Tee­in­dus­trie.

Wäh­rend der 1920er Jah­re waren auch Hol­ly­wood­fil­me beim cey­lo­ne­si­schen Publi­kum beliebt. Doch in den 1930er Jah­ren über­hol­ten die indi­sche Fil­me die eng­lisch­spra­chi­gen Fil­me in der Popu­la­ri­tät beim Pupli­kum.

Im Jahr 1947 pro­du­zier­te der indi­sche Regis­seur S.M. Naya­gam den  Film Kada­wunu Poron­du­wa (Sin­ha­la: කඩවුනු පොරොන්දුව, The Bro­ken Pro­mi­se), der auf dem Volk­stück des Dra­ma­ti­kers B. A. W. Jaya­man­nes basiert. Die­ser Film gilt als der ers­te Spiel­film in sin­gha­le­si­scher Spra­che. Er wur­de zwar von den Kri­ti­kern zer­ris­sen, weil er die indi­sche Art des spä­ter als Bol­ly­wood bekannt gewor­de­nen Musi­cal­f­or­mats immi­tier­te, doch wur­de Kada­wunu Poron­du­wa trotz­dem ein Erfolg beim Publi­kum. Nach die­sem Erfolg pro­du­zier­te Jaya­man­ne eine gan­ze Rei­he von Fil­men, die auf sei­nen Stü­cken und auf der glei­chen indi­schen Erfolgs­for­mel basier­ten.

1956 ver­lie­ßen Les­ter James Peries, Titus Tho­ta­wat­te und Wil­lie Bla­ke die Government Film Unit,  um den Film Reka­va (Sin­ha­la: රේඛාව, Line of Desti­ny) zu pro­du­zie­ren; ein erns­tes Dra­ma, das ganz im Gegen­satz zu dem stand, was zu der Zeit popu­lär war. Obwohl Reka­va viel Beach­tung und Aner­ken­nung fand, war es an den Kino­kas­sen ein Flop.

Unter der Regie von Les­ter James Peries ent­stand 1963 Gam­pe­ra­li­ya (Sin­ha­la: ගමිඦපරලිය, Chan­ging Vil­la­ge auch The Trans­for­ma­ti­on of a Vil­la­ge auf deutsch heißt der Film: Die schö­ne Nan­da“ nach einem Roman eines der bedeu­tends­ten Autoren Sri Lan­ka, Mar­tin Wick­ra­ma­sing­he. Als einer der wich­tigs­ten Fil­me der Film­ge­schich­te Sri Lan­kas ist Gam­pe­ra­li­ya ein erns­tes Dra­ma, das sowohl bei den Kri­ti­kern als auch beim Publi­kum erfolg­reich ankam, ohne auf eine der stan­dard­mä­ßi­gen Ele­men­te Gesang und Tanz oder Kampf­sze­nen zurück­grei­fen zu müs­sen. Gam­pe­ra­li­ya wur­de mit dem Gol­den Peacock Award und dem Preis der Kri­tik beim New Delhi Film Fes­ti­val aus­ge­zeich­net und gewann den Gol­den Head of Palen­que beim Mexi­co World Review of Film Fes­ti­val. Gam­pe­ra­li­ya gab dem Sri­lan­ki­schen Kino die Schwe­re und Ernst­haf­tig­keit, an der es zuvor gefehlt hat­te und bewies damit, dass künst­le­ri­sches Kino kom­mer­zi­ell lebens­fä­hig war.

Durch sei­ne tro­pi­sche Schön­heit war Cey­lon auch der Ort der Wahl für meh­re­re Hol­ly­wood-Pro­duk­tio­nen in den 1950er Jah­ren. Der Film Out­cast of the Islands („Der Ver­damm­te der Inseln“) von Joseph Con­rad, Somerset Maug­hams  The Beach­com­ber („Ins Para­dies ver­bannt“), The Pur­ple Plain („Flam­men über Fern­ost“) von H. E. Bates und Ele­phant Walk („Ele­fan­ten­pfad“) von Robert Stan­dish waren belieb­te Roma­ne, die für die gro­ße Lein­wand ange­passt wur­den und an Ori­gi­nal­schau­plät­zen in Cey­lon gedreht wur­den. Lei­der genoss kei­ner die­ser Fil­me bei der Kri­tik oder an der Abend­kas­se nen­nens­wer­ten Erfolg.

Das änder­te sich im Jahr 1957, als David Leans Welt­kriegs­stück The Bridge on the River Kwai („Die Brü­cke am Kwai“) sie­ben Aca­de­my Awards – bes­ser bekannt als Oscars“ – gewann, dar­un­ter Bes­ter Film, Bes­te Regie und Bes­ter Dar­stel­ler. Bis heu­te bleibt die Ver­fil­mung des Romans des fran­zö­si­schen Autors Pierre Boul­les der berühm­tes­te Film, der je in Sri Lan­ka gedreht wur­de.

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